Ärzte Zeitung, 16.10.2015

Tipps

Mit Toilettentraining und Co. gegen Inkontinenz

FRANKFURT. Inkontinenz-Patienten können mit einigen Maßnahmen selbst gegen die Inkontinenz angehen, teilt die Deutsche Kontinenz Gesellschaft mit. Eine dieser Maßnahmen ist das Toilettentraining.

"Besonders effektiv ist dieses Training für ältere Menschen, bei denen eine Drangsymptomatik vorliegt", wird Professor Daniela Schultz-Lampel vom Schwarzwald-Baar Klinikum in der Mitteilung zitiert. In manchen Fällen werde damit auch ein Blasentraining kombiniert.

Dabei üben die Patienten, eine bewusste Verzögerung, indem sie den Beckenboden fest anspannen, wenn sie einen Harndrang verspüren. Dadurch wird ein Reflex aktiviert, der die Blase entlastet und die Inkontinenzsymptomatik verringert, erklärt die Expertin.

Hilfreich sei auch das Miktionsprotokoll, bei dem man die Uhrzeiten der Toilettengänge notiert. Wer zusätzlich festhält, was und wie viel gegessen und getrunken wurde, erhält Aufschluss über die Reaktion des Körpers auf bestimmte Nahrungsmittel.

Ein wichtiger und oft unterschätzter Faktor ist auch das Übergewicht, so Schultz-Lampel. Wer abnimmt, erzielt damit häufig eine entscheidende Verbesserung bei der Inkontinenz, erklärt Schultz-Lampel.

Die Urologin rät außerdem zu Bewegung, etwa Pilates. Sie unterstütze nicht nur die Gewichtsreduktion, sondern erziele auch eine Verbesserung der Harnspeicherung. (eb)

Mehr Infos gibt es im Internet auf: www.kontinenz-gesellschaft.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[17.10.2015, 09:58:05]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
am Beginn einer Therapie steht wie immer eine vernünftige Diagnose.
Training ist sicher gut, aber gerade die im Alter zunehmende Senkung der Beckenorgane kann man nicht durch Training rückgängig machen, voran die Blase aber auch das Rektum.
Hier sind moderne endoskopische Pexie-Operationen von abdominell auch extraperitoneal (Blase) besonders effektiv und lohnend. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Frauen leben länger, Männer glücklicher

Frauen haben in allen europäischen Ländern eine deutlich höhere Lebenserwartung als Männer, die zusätzlichen Jahre bescheren ihnen jedoch selten Freude. mehr »

So gefährlich sind Krampfadern

Krampfadern sollten nicht nur als kosmetisches Problem angesehen werden. Auch wenn die Varizen keine Beschwerden verursachen, bergen sie gesundheitliche Gefahren. mehr »

Die Macht der Position

Sexismus im medizinischen Alltag: Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler bricht hier eine Lanze für die Männer. Diskriminierung kennt sie - geschlechtsunabhängig - eher durch einen anderen Faktor. mehr »