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Leichte Lektüre für ein schweres Thema

Der Onkologe Dr. Peter Bach hat ein Kinderbuch geschrieben, mit dem er auf unterhaltsame Weise nicht nur seinen beiden Söhnen erklären will, worum es beim Kampf gegen den Krebs geht.

Von Nina Giaramita Veröffentlicht:
Peter Bach liest vor der Klasse 5c des Essener Humann-Gymnasiums aus seinem Buch "Fred hat Fehler".

Peter Bach liest vor der Klasse 5c des Essener Humann-Gymnasiums aus seinem Buch "Fred hat Fehler".

© WAZ FotoPool

KÖLN. Als Arzt gerät man seinen Kindern gegenüber manchmal in schwere Erklärungsnöte. Diese Erfahrung hat Dr. Peter Bach machen müssen. Seine beiden Söhne Niklas und Fynn verstehen nicht immer, warum der Vater an den Wochenenden manchmal keine Lust hat, lustig zu sein. "Das ist häufig ein Problem", sagt er.

Das Buch hat Dr. Peter Bach innerhalb eines Jahres fertig gestellt.

Das Buch hat Dr. Peter Bach innerhalb eines Jahres fertig gestellt.

© WAZ FotoPool

Der 37-Jährige leitet seit drei Jahren die urologische Onkologie am Klinikum Niederberg in Velbert. Seine Patienten sind schwer an Krebs erkrankt - im letzten Jahr starben rund 70 von ihnen. Die Schicksale nehmen den 37-Jährigen oft sehr mit. Manchmal mehr, als ihm lieb ist.

Um seinen Kindern seine Arbeitswelt näher zu bringen, hat der Gute-Nacht-Geschichten-erprobte Bach kurzerhand die Figuren Ben Bartstöpsel, Lasse Spitz und Fred Grobholz geschaffen. Die drei sind die Hauptfiguren des Kinderbuchs "Fred hat Fehler".

 Das Buch hat Bach innerhalb eines Jahres verfasst und nun selbst verlegt. In dem 80-seitigen Werk geht es um die Krebserkrankung eines kleinen Jungen - und darum, wie man dieser Krankheit möglichst positiv begegnen kann. Die Details zur Leukämie-Erkrankung streut Bach behutsam ein.

Man erfährt, dass der kleine Fred "von Zellen in seinem Blut bedroht wird", das Isolationszimmer der Kinderkrankenstation spielt eine Rolle, und der kleine Patient verliert im Verlauf der Geschichte seine Haare. Dennoch ist das Buch in einem zuversichtlichen, kindgerechten Ton geschrieben. "Ich wollte nicht, dass die Kinder traurig werden, wenn sie die Geschichte lesen", sagt Bach.

Das liebevoll illustrierte Erstlingswerk soll Verständnis für die Erkrankung schaffen. "Denn wenn wir Dinge nicht verstehen, bekommen wir Angst vor ihnen." Die Angst will der Arzt seinen Lesern nehmen. Offensichtlich ist ihm das Vorhaben gelungen.

Denn die Resonanz ist nach seinem Bekunden durchweg positiv. "Fred hat Fehler" ist inzwischen auf seine Initiative hin an einigen Grundschulen zum Unterrichtsgegenstand geworden. Peter Bach trägt die Geschichte an den Schulen selbst vor. "Die Kinder reagieren darauf sehr offen, zum Erstaunen der Lehrer", erzählt er.

Auch die Anerkennung aus dem Kollegenkreis freut Bach: "Ich hatte viele wohlwollende Rückmeldungen." Möglicherweise sei der eine oder andere Kollege auch über seine offene Herangehensweise an das Thema erleichtert gewesen. Denn der Umgang mit der Erkrankung sei ja das Schwierige in dem Beruf. "Das haben wir nie gelernt", sagt er.

Ein Bestseller ist das Buch bisher noch nicht geworden. Rund 100 Käufer hat es bisher gefunden. Mit den erzielten Einnahmen erfüllt Bach erkrankten Kinder kleine Wunschträume. Ein Patient konnte in einer Therapiepause beispielsweise einen Tag auf Schalke bei seinem Lieblings-Fußballclub erleben. Inzwischen ist der Junge wieder gesund - und seine Haare sind nachgewachsen.

Peter Lasse, "Fred hat Fehler: Ein Abenteuer mit Ben Bartstoepsel und Lasse Spitz" [Gebundene Ausgabe], epubli Verlagsgruppe Holtzbrinck, 92 Seiten, Preis: 29,99 Euro, ISBN: 978-3-86931-935-3

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