Ärzte Zeitung online, 29.06.2012

Weggefährten trauern um Psychoanalytikerin Mitscherlich

FRANKFURT/MAIN (dpa). Rund 350 Menschen haben am Donnerstag in Frankfurt Abschied von der kürzlich gestorbenen Margarete Mitscherlich genommen.

Die scheidende Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) würdigte die große alte Dame der Psychoanalyse bei der Trauerfeier auf dem Hauptfriedhof als "lebensmutige Frau", die für sie selbst und für viele ein Vorbild gewesen sei.

Mitscherlich war am 12. Juni im Alter von 94 Jahren in Frankfurt gestorben.

Auch der Philosoph Jürgen Habermas und die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer waren unter den Gästen - die beiden Frauen verband eine langjährige Freundschaft.

"Margarete hat einfach mehr gesehen als die meisten" sagte Schwarzer. Sie sei ein "Wildfang in Frauenhaut" gewesen, und "zutiefst antiautoritär, lange bevor das Wort erfunden wurde".

Herausragende Psychoanalytikerin

Mitscherlich gilt als herausragende Psychoanalytikerin und Vorkämpferin des Feminismus. Gemeinsam mit ihrem Mann Alexander Mitscherlich analysierte sie in "Die Unfähigkeit zu trauern" (1967) die deutsche Nachkriegsgesellschaft.

Viele Jahre arbeitete das Paar am Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt. Bis zuletzt kommentierte Mitscherlich gesellschaftliche Ereignisse und arbeitete als Psychoanalytikerin.

Topics
Schlagworte
Panorama (32921)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Konzept der E-Patientenakte steht

Die elektronische Patientenakte nimmt konkrete Formen an. Ärzte, Zahnärzte, Krankenkassen und gematik haben sich auf ein Vorgehen zur Gestaltung der ePA geeinigt. Die Industrie bleibt vorerst außen vor. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »