Ärzte Zeitung, 28.06.2004

FUNDSACHE

Blutabnahme mit Raubwanzen

Berliner Forscher setzen Raubwanzen als Laborassistenten zum Blutabnehmen bei Tieren ein. Die neue Methode sei unkompliziert und stoße bei den Tieren nicht auf heftige Gegenwehr, berichtet das Hamburger Magazin "Geo" in seiner Juliausgabe.

Christian Voigt und Ruth Thomsen vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nutzen demnach die bis zu zwei Zentimeter große mexikanische Raubwanze Dipetalogaster maximus. Als Werkzeug besitzt die Wanze einen Saug- und Stechrüssel, der verglichen mit einer Kanüle winzig ist.

Die Wanze wird beispielsweise auf das Ohr von Kaninchen gesetzt, bis sie dem Tier etwas Blut aus der Ohrvene abgezapft hat. "Wanzen saugen sich im Gegensatz zu Zecken nicht fest, so daß man sie dann einfach abpflücken kann", sagte IZW- Forscherin Thomsen. Anschließend werde der sechsbeinige Blutsauger punktiert und das Blut, das im Verdauungstrakt der Wanzen nicht verändert wird, entnommen. (dpa)

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