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Selen ist Option zur Prophylaxe und Therapie bei Autoimmunthyreoiditis

MÜNCHEN (jmw). Immer mehr Indizien deuten darauf hin, daß Autoimmunerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis durch freie Radikale getriggert, also ausgelöst werden. Das Spurenelement Selen - bekannt als zentraler Baustein antioxidativer Enzyme - ist deshalb eine Option für die Prophylaxe und Therapie von chronisch-entzündlichen Schilddrüsenerkrankungen.

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"Fast alle wichtigen Erkrankungen, mit denen wir uns täglich in der Praxis befassen - Atherosklerose, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, bis hin zu Krebs - gehen auf Schäden zurück, die durch freie Radikale verursacht werden." Darauf wies der Endokrinologe Professor Armin Heufelder aus München auf einer Fortbildung des Unternehmens Cefak in München hin.

Auch die Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmunbedingte Schilddrüsen-Entzündung, wird heute unter anderem mit oxidativen Streß in Verbindung gebracht. Grundlage der Krankheit ist eine genetische Prädisposition, doch bedarf es nach Aussage von Heufelder eines Triggers, um die Entzündung zum Ausbruch zu bringen. Früher wurden vor allem Viren und andere Erreger als Auslöser diskutiert. Heute stehen die Dysregulation von Sexualhormonen und Streß im Fokus.

"Hier sehen wir auch die Rationale für eine Selentherapie bei Patienten mit Autoimmunthyreoiditis", so Heufelder. Selenabhängige Enzyme und damit auch Selen selbst gehören zu den wichtigsten Antioxidantien im Organismus. Sie sind in allen Zellkompartimenten zu finden. Die Schilddrüse gehört sogar zu den Organen mit der höchsten Selen-Konzentration. Begründung: Selen neutralisiert hier nicht nur freie Radikale, sondern ist auch essentiell für die Synthese und die Aktivierung des Schilddrüsenhormons Thyroxin.

Ein Mangel an Selen, der nach Angaben von Heufelder in Deutschland keine Seltenheit ist, erhöht daher bei genetischer Prädisposition das Risiko, an einer Immunthyreoiditis zu erkranken.

Deshalb kann die Therapie mit Selen in Form von Natriumselenit den Verlauf und die Prognose von Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto Thyreoiditis positiv beeinflussen, so die Überzeugung des Endokrinologen. Heufelder berief sich dabei auf zwei aktuelle Studien und auf seine Erfahrungen in der Praxis. Auch bei Morbus Basedow und bei endokriner Orbitopathie beobachte man positive Effekte.

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