Ärzte Zeitung, 14.02.2005

Fluvastatin ist günstiger Partner bei Komedikation

MÜNCHEN (sto). Das Risiko für Myopathien und Rhabdomyolysen als schwerwiegende unerwünschte Wirkungen einer Statin-Therapie ist allgemein sehr gering. Es kann jedoch steigen, wenn Patienten weitere Arzneimittel einnehmen, die zu Interaktionen führen. Das quantitative Interaktionspotential ist bei Fluvastatin nach Angaben von Professor Winfried Beil niedriger als bei anderen Statinen.

Denn Fluvastatin wird über das Cytochrom-P-450 Subenzym CYP 2C9 verstoffwechselt und nicht über CYP 3A4, über das andere Statine und viele andere Medikamente abgebaut werden, so der Pharmakologe von der Medizinischen Hochschule Hannover bei einer Pressekonferenz von Novartis in München.

Mehr als die Hälfte aller Medikamente werden in der Leber vorwiegend über das Cytochrom-P-450 Isoenzym CYP 3A4 verstoffwechselt, darunter auch Simvastatin, Lovastatin und Atorvastatin. Deshalb sei das quantitative Interaktionspotential von Medikamenten, die über diesen Metabolisierungsweg abgebaut werden, relativ hoch, sagte Beil. Über CYP 2C9, über das Fluvastatin (vom Unternehmen als Locol® angeboten) verstoffwechselt wird, werden deutlich weniger Arzneistoffe als über CYP 3A4 metabolisiert. Daher sei auch das Risiko für Arzneimittelinteraktionen geringer, so Beil.

Dies erkläre auch, weshalb Myopathien und Rhabdomyolysen in der Substanzgruppe der Statine unterschiedlich häufig auftreten, sagte der Pharmakologe. So habe die US-amerikanische Arzneimittelbehörde bis Ende 2001 insgesamt 73 Fälle tödlicher Rhabdomyolysen registriert. Kein einziger davon sei bei einem Patienten vorgekommen, der mit Fluvastatin behandelt worden ist.

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