Ärzte Zeitung, 09.09.2005

Kombitherapie senkt biliäres und Nahrungs-Cholesterin

Erfolg mit Resorptions-Hemmer Ezetimib und CSE-Hemmer

STOCKHOLM (sko). Wer morgens auf das Frühstücksei verzichtet, um damit sein Cholesterin niedrig zu halten oder gar zu senken, hat damit nur einen bedingten Erfolg. Denn das mit der Nahrung aufgenommene Cholesterin macht im Vergleich zu dem mit der Galle ausgeschiedenen Cholesterin nur einen kleinen Teil der Gesamtbilanz aus.

Insgesamt passieren pro Tag etwa ein bis zwei Gramm Cholesterin das Darmlumen. Dabei ist die Menge des Nahrungs-Cholesterins mit 0,3 bis 0,6 g/d sehr gering. Durch die Galle kann hingegen bis zu zwei Gramm am Tag in den Darm gelangen, wie Professor Michel Farnier von der Point Medical Clinic in Dijon beim Europäischen Kardiologie-Kongreß in Stockholm berichtet hat.

Von diesem Cholesterin wird im Schnitt 50 Prozent resorbiert, "die Spanne reicht allerdings von 20 bis 80 Prozent", wie Farnier bei einer Pressekonferenz der Unternehmen MSD und Essex Pharma sagte.

    Jeden Tag gelangen bis zu zwei Gramm Cholesterin in den Darm.
   

Diese Ausführungen machen deutlich, daß eine herkömmliche Statin-Monotherapie, bei der die endogene Cholesterinbildung gehemmt wird, eventuell gekoppelt mit einer Diät zum Erreichen des Ziel-LDL-Wertes oft nicht ausreicht.

Effektiver ist die gleichzeitige Therapie mit Ezetimib (Ezetrol®), einem Wirkstoff, der die Cholesterin-Resorption im Darm hemmt. Der Vorteil dieser Behandlung: "Es wird sowohl das biliäre als auch das Nahrungs-Cholesterin blockiert", sagte Farnier.

Welche Bedeutung die Senkung hoher Cholesterinwerte bei kardiovaskulären Erkrankungen hat, machte Farnier an den Daten der REVERSAL-Studie (Reversing Atherosclerosis with Aggressive Lipid Lowering) deutlich: In dieser Untersuchung mit 502 Patienten wurde der Einfluß von Statinen auf die Koronarsklerose untersucht.

Bei einer Reduktion des Cholesterinwerts um 50 Prozent wurde keine weitere Zunahme des Atherom-Volumens festgestellt. "Bei einer geringeren Cholesterinsenkung kam es hingegen zu einer Progression der Atherosklerose", so Farnier.

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