Ärzte Zeitung, 06.12.2016

Mikronährstoffe

Vitaminspiegel hängt auch vom Alter ab

Ältere Menschen haben im Vergleich zu jüngeren höhere Vitamin-E-Spiegel und geringere Mengen von Carotinoiden im Blut, so das Ergebnis einer europäischen Studie.

POTSDAM-REHBRÜCKE. Wie lässt sich messen, ob eine Person ausreichend mit Mikronährstoffen wie Vitaminen und Carotinoiden versorgt ist? Inwieweit beeinflusst neben den Ernährungsgewohnheiten auch das Alter die Blutspiegel dieser Mikronährstoffe? Um diese Fragen zu beantworten, werteten Forscher vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) und von der Universität Hohenheim Daten der großen europäischen MARK-AGE-Studie aus (Nutrients 2016, 8(10): 614ff).

An der Studie nahmen 2118 Personen im Alter zwischen 35 und 74 Jahren teil, die während des Datenerhebungszeitraums von 2008 bis 2012 in Österreich, Belgien, Finnland, Deutschland, Griechenland, Italien und Polen lebten. Neben Blutproben sammelten die Forscher Daten zu den Körpermaßen, dem Alter und Geschlecht sowie zum Gesundheitsstatus. Die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der Teilnehmer erfassten sie mit Hilfe von Fragebögen, heißt es in einer Mitteilung der Leibniz-Gemeinschaft.

Bedeutsame altersbedingte Unterschiede stellten die Wissenschaftler für alpha-Carotin, Lycopin – dem roten Farbstoff aus Tomaten – und Vitamin E fest. Während ältere Menschen vergleichsweise geringere Spiegel der beiden Carotinoide im Blut hatten, nahmen die Werte für Vitamin E mit steigendem Alter kontinuierlich zu. Pro einem Altersunterschied von fünf Jahren nahmen die Lycopin-Konzentrationen um durchschnittlich 6,5 Prozent ab, alpha-Carotin sank um 4,8 Prozent und der Vitamin-E-Spiegel nahm um 1,7 Prozent zu.

Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, eine wissenschaftliche Grundlage für bessere altersorientierte Ernährungsempfehlungen zu entwickeln, heißt es in der Mitteilung weiter. (eb)

Topics
Schlagworte
Ernährung (3652)
Organisationen
Spiegel (1121)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wer viel Wasser trinkt, beugt Harnwegsinfekten vor

Den Ratschlag, viel zu trinken, sollten sich Frauen nicht nur während eines Harnwegsinfektes zu Herzen nehmen. Auch wer danach reichlich Wasser trinkt, profitiert davon. mehr »

In der Praxis oftmals auch knifflige Fälle

Die Regeln, wie und wann ein Arzt einen Patienten krankschreiben darf, sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie festgehalten. In der Praxis gibt es jedoch viele knifflige Fälle. mehr »

Handlungsbedarf bei Chronikerpauschale!

Die Chronikerzuschläge für Hausärzte bleiben eine der dringendsten Hausaufgaben für die Selbstverwaltung. Es wird Zeit, die alten bürokratischen Zöpfe abzuschneiden, meint unser Abrechnungsexperte. mehr »