Direkt zum Inhaltsbereich

Bevölkerung sorgt sich um Strahlenschäden

Angst vor den Auswirkungen der Atomkatastrophe in Japan macht sich auch in Deutschland bemerkbar. Die Marker: Geigerzähler und Jodidtabletten finden ungeahnten Absatz.

Veröffentlicht:
Dosisleistungsmessgeräte, hier im Einsatz zum Kontaminationsnachweis, sind derzeit viel gefragt in deutschen Fachmärkten.

Dosisleistungsmessgeräte, hier im Einsatz zum Kontaminationsnachweis, sind derzeit viel gefragt in deutschen Fachmärkten.

© dpa

NEU-ISENBURG (run). Geigerzähler sind sonst eher ein Ladenhüter. Doch nach den Reaktorunfällen in Japan ist in deutschen Fachmärkten die Nachfrage nach Strahlungs-Messgeräten groß.

"Es gab eine immense Absatzsteigerung. Inzwischen sind alle Geräte ausverkauft", bestätigt eine Sprecherin des bundesweiten Elektronikfachmarktes Conrad.

Geigerzähler sind ausverkauft

Zwar seien Geigerzähler kein Massenartikel wie eine Glühbirne, insofern sei die absolute Stückzahl nicht exorbitant. Dennoch sei eine solche Nachfrage nach einem so speziellen Gerät aus dem Fachsortiment Umwelttechnik sehr ungewöhnlich, sagte sie zur "Ärzte Zeitung". Immerhin kostet ein solches Messgerät zwischen 300 und 500 Euro.

Doch die erhöhte Nachfrage ist offenbar nicht allein auf Deutschland beschränkt Auch im Nachbarland Österreich melden Zeitungen einen ungewöhnlichen "Run" auf Strahlungs-Messgeräte.

Neben Geigerzählern in Fachmärkten steigt außerdem derzeit in Apotheken die Nachfrage nach Jodtabletten. Einige Pharmagroßhandlungen haben seit Wochenbeginn einen erhöhten Absatz an Jodtabletten verzeichnet, wie auf Nachfrage zu erfahren war.

"Wir haben im Einkauf eine spürbare Zunahme an Bestellungen registriert, sodass wir bereits nachbestellt haben", so ein Sprecher der Anzag. Zunächst hätten vor allem Flughafenapotheken vermehrt geordert - was noch durchaus nachvollziehbar sei.

So hatte auch eine Berliner Apothekerin berichtet, dass viele Kunden die Tabletten für Freunde und Bekannte in Japan besorgten. "Inzwischen hat sich in einigen Niederlassungen der Absatz allerdings fast verzehnfacht", erklärte der Sprecher. Das sei kaum noch rational erklärbar.

Auch bei der Gehe Pharma stellt man in einigen Niederlassungen eine leicht erhöhte Nachfrage fest. "Von einem "Run" kann man aber nicht sprechen", sagte der dortige Unternehmenssprecher. Beim Großhändler Noweda wurde noch kein auffälliges Bestellverhalten registriert.

Kein Anlass zur Jodeinnahme

Auf die offensichtliche Sorge und die vielen Nachfragen aus der Bevölkerung hat auch die Bundesapothekerkammer reagiert. Sie verweist in einer Pressemitteilung auf die Gefahren durch eine nicht ärztlich indizierte Einnahme von Jodpräparaten.

Auch der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, warnt angesichts der Atomkatastrophe in Japan vor Panik. Es gebe keinen Grund, hierzulande zusätzlich Jod als Notfallprophylaxe vor Strahlenschäden zu sich zu nehmen.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Änderungsantrag beschlossen

Bundestag verschärft Terminmeldepflicht für Praxen

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst

Lesetipps
Lipoprotein(a)-Partikel

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Cholesterin

Intensive LDL-Senkung bei hohem Lp(a): Warum das schwierig werden kann

Petechien, also kleine Einblutungen in die Haut, an einem Bein.

© Robert Yap / stock.adobe.com

Frühe Warnzeichen

Bei diesen Hautbefunden auch an Hantavirus denken

Nahaufnahme einer Ärztin, die die Schilddrüse einer Patientin mit einem Ultraschallgerät untersucht.

© [M] artem_goncharov / stock.adob

Best-Practice-Empfehlungen

Erhöhtes Schilddrüsenkrebs-Risiko unter GLP-1-RA-Therapie?