Ärzte Zeitung, 28.02.2005

Ausschlag nach Tropenfieber deutet auf einen Dengue-Infekt

Erkrankung wird zunehmend bei Reisenden registriert / Typisch sind hohes Fieber, heftiges Kopfweh sowie Leuko- und Thrombozytopenie

FRANKFURT/MAIN (KHS). Schlagartig hohes Fieber und heftiges Kopfweh sind nach einem Aufenthalt in den Tropen hoch verdächtig für Dengue-Fieber. Tritt nach einem fieberfreien Intervall dann noch ein Exanthem auf, so ist das "fast pathognomonisch" für die Infektion.

Allein an der Universitätsklinik in Frankfurt am Main werden jedes Jahr etwa zehn Patienten mit Dengue-Fieber vorgestellt, wie Professorin Gudrun Just-Nübling vom Zentrum für Infektiologie und Tropenmedizin der Klinik berichtet hat. 4,3 Prozent der Deutschen, die im tropischen Ausland arbeiten, seien seropositiv. Die Infektion verlaufe allerdings bei vielen Menschen auch ohne Symptome.

Von den deutschen Reisenden mit Dengue-Fieber haben sich über die Hälfte in Thailand, Indien und Brasilien infiziert, hat Just-Nübling beim 4. Symposium für Reise- und Impfmedizin in Frankfurt berichtet. Die Inkubationszeit betrage meist vier bis zehn Tage, höchstens drei Wochen.

Auch Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe sind als Symptome möglich. Kopf- und Muskelschmerzen können so stark sein, daß die Krankheit auch als "Knochenbrecherfieber" bezeichnet wird. Diagnostisch wegweisend seien Reiseanamnese, klinisches Bild und die Leuko- und Thrombozytopenie. Die Serologie kann anfangs unauffällig sein.

Eine kausale Therapie gegen Dengue-Fieber gibt es nicht. Bei der symptomatischen Behandlung ist wegen der Thrombozytopenie Acetylsalicylsäure kontraindiziert und Paracetamol vorzuziehen. Bettruhe und viel Trinken genügen bei leichten Verläufen. Gefürchtet sind allerdings die fulminant mit Hämorrhagien verlaufenden Formen, die lebensbedrohend sind. Vor allem Kinder seien dadurch gefährdet.

Bei Verdacht auf Dengue-Fieber sind Malaria und Typhus unbedingt auszuschließen, aber auch Leptospirosen, Rickettsiosen und andere virale Infektionen. Wie wichtig der Mückenschutz zur Prophylaxe ist, zeigen Daten aus Texas, wo viel zur Bekämpfung der Aedes-Moskitos getan wird, sagte die Reisemedizinerin. Dort sei zwischen 1980 und 1996 nur bei 43 Menschen Dengue-Fieber registriert worden, in einer angrenzenden ähnlich großen Region in Mexiko hingegen bei 50 333 Menschen. Die Larven der übertragenden Mücken entwickeln sich in stehendem Wasser. Mangelhafte Abwasser-Entsorgung in den Ballungsräumen der Entwicklungsländer trägt somit zur Ausbreitung der Erkrankung bei.

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