Ärzte Zeitung, 14.12.2004

Eine Massage nach dem Sport bessert die Muskelfunktion nicht

Physiotherapie hält Kraftverlust stark belasteter Muskeln nicht auf / Schwedische Studie

STOCKHOLM (ner). Eine Muskelmassage nach starker sportlicher Belastung mag gut tun. Jedoch erhole sich die Muskulatur nicht besser als ohne Massage, sagen Sportmediziner vom Karolinska Institut in Stockholm.

Radprofi Jan Ullrich wird nach einem Rennen massiert. Foto: dpa

Besonders Leistungssportler lassen sich nach Wettkämpfen und hartem Training regelmäßig massieren, um rasch wieder fit zu sein. Der Muskelmassage wird einiges zugetraut: Kleine Muskelverletzungen sollen schneller heilen oder gar nicht erst auftreten, die volle Leistungsfähigkeit des Muskels, glaubt man, werde schneller wieder erreicht, und der typische Muskelschmerz ein bis drei Tage nach starker Belastung soll rascher wieder verschwinden als ohne Massage.

Zumindest klinisch gebe es keine Hinweise darauf, daß dem wirklich so ist, schreiben Dr. Sven Jönhagen von der Orthopädischen Klinik des Stockholmer Söder Hospitals und seine Kollegen im "American Journal of Sports Medicine" (32, 2004, 1499).

Sie haben 16 gesunde Freizeitsportler im Alter von 20 bis 38 Jahren definierten Quadriceps-Belastungen ausgesetzt und danach ein Bein an drei aufeinanderfolgenden Tagen für je zwölf Minuten massiert und ein Bein nicht. Die Massagen wurden nach einer im Sport üblichen Technik durch einen erfahrenen Sport-Physiotherapeuten ausgeführt.

Die Massage konnte weder den Muskelkraftverlust nach der starken Belastung aufhalten, noch die Muskelfunktion bessern oder die Schmerzen lindern, so Jönhagen. Dieses Ergebnis entspreche vorangegangenen Untersuchungsresultaten.

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