Ärzte Zeitung, 30.10.2006

Carving-Kippe und Power-Kniebeuge

Olympiasieger Markus Wasmeier rät, sich auf die Skisaison rechtzeitig vorzubereiten

MÜNCHEN (ddp.vwd). Egal ob Pistenprofi oder Gelegenheitsskifahrer: Ohne Vorbereitung sollte nach der Sommerpause niemand die Abfahrt wagen. "Wenn man den Körper rechtzeitig auf Vordermann bringt, kann man Verletzungen vorbeugen und gleichzeitig mehr Spaß beim Skifahren haben", sagt Markus Wasmeier, Abfahrts-, Super G- und Riesenslalomfahrer.

Markus Wasmeier bei der Skigymnastik. Damit, so rät er, sollte man vier bis sechs Wochen vor seinem Urlaub beginnen. Foto: Ulli Seer/BLV/ddp

In seinem neuen Buch zeigt der mehrfache Olympia-Sieger und WM-Erste, wie sich Wintersportbegeisterte aller Könnensstufen mit Gymnastikübungen auf die Piste vorbereiten können. Grundlagen für einen guten Start in die Skisaison sind Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit sowie das mentale Know-how für Anspannung und Entspannung.

"Genau wie man nicht gleich mit der schwierigsten Piste beginnt, geht es auch bei der Skigymnastik mit leichten Übungen los", betont Wasmeier. So helfen Dehn- und Aufwärmübungen, den Körper in Schwung zu bringen. Gut geeignet sind etwa Walking auf der Stelle oder rhythmisches Armschwingen.

"Das eigentliche Programm kann dann jeder je nach Typ - vom Einsteiger, über Genuß-Skifahrer bis zum Carver - individuell zusammenstellen", sagt Wasmeier. Dazu hat der Skirennfahrer Übungen wie Seilspringen, Hiptwist oder Gewichtsverlagerung im Stehen zusammengestellt. Wer auf der Piste schnittige Kurven bei hohem Tempo bevorzugt, kann seinen Körper mit einer selbst gebauten Carving-Kippe oder der Power-Kniebeuge auf die Anforderungen der Abfahrt vorbereiten.

"Beim Skisport ist fast jede Muskelpartie betroffen, deshalb muß das Training sehr abwechslungsreich gestaltet werden", betont Wasmeier. Neben dem Kraftaufbau soll durch die Gymnastik auch die Koordination verbessert werden. "Man muß beim Skifahren immer vor Bodenwellen oder Unebenheiten gerüstet sein. Das Training hilft, im Notfall schneller zu reagieren", sagt Wasmeier.

Um fit und sicher auf den Brettern zu stehen, empfiehlt der Sportler, spätestens vier bis sechs Wochen vor dem Winterurlaub mit der Skigymnastik zu beginnen. Erste Erfolge seien nach zwei Wochen zu spüren. "Alle Übungen können ohne Geräte ausgeführt werden, sogar vor dem Fernseher", betont Wasmeier. Für einige Trainingsmethoden ist lediglich ein Latex-Band nötig.

"Pro Einheit müssen etwa 20 bis 30 Minuten eingeplant werden", sagt Wasmeier. "Dabei geht es nicht darum, bis an seine Grenzen zu gehen, sondern lieber kontinuierlich ein bißchen zu trainieren."

Markus Wasmeier: "Pisten-fit mit Markus Wasmeier - Skigymnastik für jedes Gelände". BLV Buchverlag. München 2006. 96 Seiten. 16,95 Euro. ISBN 3-8354-0153-X

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