Ärzte Zeitung, 29.11.2007

KOMMENTAR

Wer hilft dem Hausarzt mehr?

Von Angela Mißlbeck

Wer soll Hausärzte in unterversorgten Regionen entlasten: Gemeindeschwestern oder Praxisassistentinnen? Politiker präferieren das Modell der Telegesundheitsschwester mit dem nostalgischen Kurznamen "Agnes" (arztentlastende, gemeindenahe, e-health-gestützte, systemische Intervention). Aus Sicht der Ärzte ist dabei nicht nur die Finanzierung problematisch, sondern auch die Struktur. Von den Ärzten (mit-)finanziert, aber nicht in den Praxen angestellt, sollen die Schwestern auf Weisung der Ärzte tätig werden, aber zugleich präventive Aufgaben selbstständig wahrnehmen. Dieses komplizierte Konstrukt schwebt rechtlich noch im luftleeren Raum.

Um Ärzte in unterversorgten Gebieten zu entlasten, muss jedoch kein neuer Beruf geschaffen werden. Vielfach übernehmen Arzthelferinnen in der Praxis schon ärztliche Tätigkeiten wie Blutabnahmen, Blutdruckmessungen oder EKG. Warum sollten sie das bei entsprechender Qualifikation nicht auch bei Hausbesuchen tun? In diese Richtung gehen die Forderungen der Ärztekammer Brandenburg.

Ein Modellprojekt mit so genannten "mobilen Praxisassistentinnen" (Mopras) ist in Sachsen-Anhalt geplant. Eine wesentliche Forderung vieler Hausärzte und des Hausärzteverbands wäre damit erfüllt. Denn die enge Anbindung an die Praxis ist gewährleistet. Zudem wären rechtliche Hürden oft bereits mit Änderungen am Katalog delegierbarer Leistungen beseitigt.

Lesen Sie dazu auch:
Ärzte in Brandenburg sehen "Schwester Agnes" als gefährlichen Irrweg

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