Ärzte in Brandenburg sehen "Schwester Agnes" als gefährlichen Irrweg

COTTBUS/DAHLEWITZ (ami). Eine Neuausrichtung des Gemeindeschwester-Modells fordert die Ärztekammer Brandenburg. Dabei üben die Kammerdelegierten deutliche Kritik am aktuellen Modellprojekt in Brandenburg.

Veröffentlicht:

Die Kammer warnt in einer Resolution vor einer nostalgischen Verklärung der Gemeindeschwester. Die öffentliche Diskussion sei geprägt durch eine "unrealistische, idealisierte und antiquierte Vorstellung", mit der eine Fehlentwicklung riskiert werde.

Die Resolution wendet sich dagegen, dass in der ambulanten Versorgung eine so genannte dritte Säule zusätzlich zu Pflegediensten und niedergelassenen Ärzten durch "akademisierte Heilberufe" geschaffen werden soll. Das könne den Qualitätsstandard in der ambulanten Versorgung gefährden, so die Kammerdelegierten.

Sie sprechen sich dafür aus, den Arztberuf wieder so attraktiv zu machen, dass mehr Medizinstudenten in die ambulante Versorgung gehen. Um die Lücken in der Versorgung zu verringern, will die Kammer statt Gemeindeschwestern besonders qualifiziertes Praxispersonal einsetzen. "In der Regelversorgung sind qualifizierte medizinische Fachkräfte unter Führung und Verantwortung des ambulant tätigen Arztes am ehesten geeignet, Lücken infolge des Ärztemangels zu verringern", heißt es. Dazu fordert die Kammer eine neu strukturierte Qualifizierung des Praxispersonals.

Kernelemente des Konzepts sollten sein, dass die medizinische Fachkraft an die Arztpraxis angebunden ist, ihre Qualifizierung bei der Ärztekammer erfolgt und das Berufsbild arztunterstützend und nicht arztersetzend ist.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Fünf Jahre Digitale Gesundheitsanwendungen

Dritter DiGA-Report bestätigt das deutsche Erfolgsmodell

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Long-Toenail-Sign

Was lange Zehennägel bei älteren Patienten über die Gesundheit verraten

Lesetipps