Ärzte Zeitung, 18.07.2008
 

KOMMENTAR

Gesundheitsunterricht könnte helfen

Von Ilse Schlingensiepen

Bei der Aufklärung und der Information über eine Volkskrankheit wie Diabetes liegt offensichtlich noch einiges im Argen, ganz besonders was Kinder und junge Leute betrifft. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Jeder dritte Schüler würde es in der Schule nicht oder nur zögerlich erzählen, wenn er Diabetiker wäre. Der offene Umgang mit der Erkrankung würde offensichtlich vor allem den Kindern und Jugendlichen Probleme bereiten, die wenig über sie wissen.

Einbezogen in die Befragung, die Teil der bundesweiten Kampagne "Was weißt Du über Diabetes?" war, waren fast 4400 Schüler. Die Initiatoren gehen davon aus, dass die Ergebnisse repräsentativ sind. Also besteht Handlungsbedarf. Über eine Krankheit, von der ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung betroffen ist, sollten Schüler mindestens genauso viel wissen wie über Primzahlen oder die Keilerei bei Issos.

Dabei geht es nicht nur darum, mögliche Vorurteile gegenüber Diabetikern abzubauen, sondern auch darum, über das Wissen auch die Prävention zu stärken. In der Schule hat das gleich einen doppelten Effekt: Wenn die Schüler etwas über die Vorteile eines gesunden Lebensstils erfahren, transportieren sie vielleicht auch einen Teil des Wissens in ihre Familien.

Die Umfrage zu Diabetes hat erneut unter Beweis gestellt: Gesundheitsunterricht sollte ein fester Bestandteil der Lehrpläne an deutschen Schulen werden. Das wäre gut angelegtes Geld.

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