Ärzte Zeitung, 09.02.2010

Kommentar

Volkskrankheit Schlafstörungen

Von Thomas Hommel

Diese Zahl lässt aufhorchen: Rund vier Millionen Erwerbstätige leiden in Deutschland derzeit unter schweren Schlafstörungen. Die Folge: Betroffene schleppen sich übermüdet zur Arbeit, leisten weniger, verursachen mehr Unfälle.

Besonders problematisch dabei ist: Viele Menschen, die an Schlafstörungen leiden, suchen keinen Arzt auf, sondern besorgen sich frei verkäufliche Schlafmittel, um damit besser in den Schlaf zu finden. Auf Dauer ist das keine gute Lösung. Schlafstörungen sind keine Bagatelle - treten sie regelmäßig über einen längeren Zeitraum auf, dann ist das ein Fall für ärztliche Diagnostik.

Deutschland ist hier im internationalen Vergleich gut aufgestellt. Etwa 320 Schlaflabore gibt es mittlerweile. In diesen Laboren können Schlafmediziner jede Form einer Schlafstörung erkennen und wo möglich für Abhilfe sorgen.

Doch damit das passiert, müssen sich die Betroffenen outen und ihrem Arzt sagen, dass sie Probleme beim Ein- oder Durchschlafen haben. Umgekehrt müssen Ärzte stärker nachhaken, wenn Patienten andeuten, ständig übermüdet zu sein. Wie gesagt: Schlafstörungen sind keine Bagatelle: Betroffene leiden darunter und die Solidargemeinschaft kommt die neue Volkskrankheit Schlafstörung teuer zu stehen.

Lesen Sie dazu auch:
Angst vor Jobverlust raubt vielen den Schlaf

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