Ärzte Zeitung, 24.03.2010

Kommentar

Was treibt die CSU zur Quertreiberei?

Von Helmut Laschet

In der Gesundheitspolitik brauchen wir die SPD als Opposition nicht mehr. Das macht die CSU verlässlicher, lauter und medienwirksamer. Schade für Karl Lauterbach, der sich deshalb schon medial zurückgesetzt fühlt.

Worum geht es der CSU? Horst Seehofer und seine Genossen haben bis heute nicht die Wahlschlappe der Landtags- und Bundestagswahl verdaut. Um die Partei in alte Mehrheitspositionen zurückzuführen, gelten für ihn zwei Maximen. Erstens: Gut ist, was Bayern nützt. Zweitens: Gut ist, was den kleinen Leuten hilft - und was sie verstehen.

Das heißt: Revision des Morbi-RSA durch eine Regionalisierungskomponente und keine einkommensunabhängige Prämie. Da er beides nicht wird durchsetzen können, wird er sein Nein zur Pauschale instrumentalisieren, um den Preis für eine Einigung bei der Finanzreform in die Höhe zu treiben. Das Ziel ist: Mehr Geld für Bayern aus dem RSA - das lässt sich Ärzten, Patienten und Versicherten in Bayern gut verkaufen.

Auf eines ist bei Seehofer Verlass: dass Versprechen bei Spitzentreffen der Koalition nichts wert sind. Kehrt der Mann seinen Rücken nach Norden, dann ist in München schon der Startknopf für die nächste Attacke von Markus Söder gedrückt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittsgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte

Die meisten Patienten nehmen gelegentlich freiverkäufliche Arzneimittel ein. Nur wenige legen das gegenüber ihrem Arzt offen. Das hat Folgen, etwa für die Interpretation von Laborergebnissen. mehr »