Ärzte Zeitung, 11.07.2010

Kommentar

Transparenter und gerechter

Von Ilse Schlingensiepen

Trotz aller therapeutischen Fortschritte ist Diabetes nach wie vor eine Erkrankung, die Betroffene in ihrer Lebensführung beeinträchtigen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren kann. Genau für solche Einschränkungen hat der Staat mit dem Schwerbehindertenausweis zumindest einen Ausgleich gesucht.

Dieser Ausgleich war für Diabetiker bislang aber umständlicher zu erlangen als für Patienten mit anderen schweren Erkrankungen. Zum Teil führten Betroffene Unterzuckerungen explizit herbei, um den Ausweis zu erhalten.

Nach wie vor bleibt es Sache der Diabetiker, selbst zu entscheiden, ob sie die Anerkennung als Schwerbehinderte wollen. Wer sich nicht beeinträchtigt fühlt oder eine Diskriminierung am Arbeitsplatz fürchtet, braucht den Schritt nicht zu gehen.

Wichtig ist aber, dass es künftig bei der Vergabe der Ausweise transparenter und gerechter zugehen soll. Diese gute Botschaft können Niedergelassene an ihre Patienten mit Diabetes transportieren. Sie können die Diabetiker auch unterstützen, indem sie ihnen deutlich machen: Mit dem Schwerbehindertenausweis erlangen sie nicht besondere Vorteile, sondern ein Teil ihrer Nachteile wird ausgeglichen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Schwerbehinderung von Diabetes-Patienten wird künftig leichter anerkannt

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tumorpatienten bei Schmerztherapie unterversorgt

Viele Krebskranke erhalten keine adäquate Schmerztherapie. Das hat eine erste Analyse der Online-Befragung "PraxisUmfrage Tumorschmerz" ergeben. mehr »

ADHS-Arznei lindert Apathie bei Alzheimer

Eine Therapie mit Methylphenidat kann die Apathie bei Männern mit leichter Alzheimerdemenz deutlich zurückdrängen. mehr »

Zehn Jahre "jünger" durch Sport

Wer Sport treibt, ist motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger als ein Bewegungsmuffel. mehr »