Ärzte Zeitung, 26.08.2010

Infektiologen fordern Umdenken in Kliniken

BERLIN/LEIPZIG (dpa). Der Tod dreier Babys in der Uniklinik Mainz muss nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie zu einem Umdenken in den Krankenhäusern führen. In jeder Klinik gebe es Fachleute für Herz- und Kreislauf- oder Magen-Darm-Erkrankungen, aber nur selten welche für Infektionskrankheiten, sagte Vorstandsmitglied Bernhard Ruf am Donnerstag dem Sender "Deutschlandradio Kultur". Das Thema Infektiologie müsse den gleichen Stellenwert bekommen wie andere Fächer, forderte Ruf.Von einer bestimmten Größe an solle jedes Krankenhaus daher einen Experten für Infektiologie und einen Facharzt für Hygiene beschäftigten, forderte der Fachmann, der die Klinik für Infektiologie, Tropenmedizin und Nephrologie im Leipziger Krankenhaus St. Georg leitet.
Er regte zudem einen anderen Umgang mit Antibiotika an. Dass es zunehmend Resistenzen gebe, liege daran, dass die Medikamente oft leichtfertig und auf Verdacht verschrieben würden. Auch müsse die Forschung auf diesem Gebiet verstärkt werden. Die drei Babys in Mainz waren gestorben, nachdem sie eine mit Bakterien verseuchte Nährlösung erhalten hatten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »