Ärzte Zeitung, 20.10.2010
 

Kommentar

Kontrolle und Hilfe zugleich

Von Dirk Schnack

Schlagzeilen über vernachlässigte Kinder haben Politiker zum Handeln gezwungen. In Hamburg wird nun in einem Modellprojekt erprobt, ob mit einem Meldewesen vernachlässigte Kinder entdeckt und zugleich die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen verbessert werden können.

Das Modell ist zu begrüßen, weil es nicht jeden, der sein Kind nicht zur Früherkennung schickt, unter Generalverdacht stellt, zugleich aber informiert, aufklärt und - wo erforderlich - auch unterstützt. Der Aufwand für die Behörden ist beachtlich. Für die Kinder- und Hausärzte hält er sich jedoch im Rahmen. Denn sie müssen lediglich die Einladungskarten abstempeln - als Nachweis dafür, dass die Untersuchungen auch wahrgenommen worden sind.

Die eigentliche Verantwortung dafür, dass das Modell wirkungsvoll ist, liegt bei den Gesundheitsämtern und den dort tätigen Ärzten. Das ist richtig, weil Fürsorge und Schutz für Kinder auch eine öffentliche Aufgabe sind. Diese Aufgabe zu erfüllen, erfordert personellen Einsatz. Nur wenn dies geleistet wird, versandet ein gut gedachtes Modell nicht im Vollzugsdefizit.

Lesen Sie dazu auch:
Hamburg testet neue Wege beim Kinderschutz

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

"Super Mario" hält Senioren geistig fit

3D-Computerspiele trainieren die räumliche Orientierung älterer Menschen - und schützen einer Studie zufolge vor Demenz. mehr »

Mehr Qualität beim Ultraschall nötig

Bei Diagnosen im Bauchraum erreicht ein nicht ausreichend qualifizierter Arzt nur eine geringe Treffsicherheit. Anlass für die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin für klare Qualitätsregelungen zu plädieren. mehr »

Das "Gewebefenster" ist wichtig!

Warum nach sechs Stunden keine Thrombektomie mehr veranlassen, wenn es noch gute Chancen auf funktionelle Verbesserungen gibt? Das fragen sich wohl viele Neuroradiologen. mehr »