Ärzte Zeitung, 19.12.2010

Kommentar

Mindestmengen können Leben retten

Von Christiane Badenberg

Es ist genau eine Woche her, dass wir über krasse Qualitätsunterschiede bei der stationären Behandlung von Patienten berichtet haben. Dieses Thema stieß bei den Nutzern unserer Internetseite auf so viel Interesse, wie nur wenige andere Themen. Ein Zeichen, dass es den Menschen unter den Nägeln brennt. Jetzt kommt die Nachricht, dass der Gemeinsame Bundesausschuss den Beschluss zu einer stärkeren Zentrenbildung bei der Versorgung von Frühgeborenen mit einem Gewicht von bis zu 1250 Gramm aussetzt. Grund sind Klagen einiger Kliniken, die im neuen Jahr diese Kinder nicht mehr hätten versorgen dürfen.

Finanziell trifft das diese Kliniken hart, denn die Behandlung wird gut bezahlt. Doch das kann kein Argument sein. Die Behandlung dieser Kinder ist ausgesprochen schwierig und erfordert in ganz besonders hohem Maße Sachkenntnis und Erfahrung. Die gibt es nur dort, wo Ärzte und Pflegekräfte ständig mit Frühgeborenen zu tun haben, und das sind ausgewiesene Zentren. Sollte die Mindestmengenregelung wieder dauerhaft aufgehoben werden, wäre das verantwortungslos gegenüber den Kindern und ihren Eltern.

Lesen Sie dazu auch:
Mindestmenge bei "Frühchen": GBA setzt Beschluss außer Kraft

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