Ärzte Zeitung, 06.03.2011

Nicht mit Zentralismus, sondern mit Freiheit gegen Ärztemangel

Mehr Fairness und mehr Spielräume - Rezepte des FDP-Politikers Daniel Bahr zur Sicherung der Versorgung.

Von Dirk Schnack

DAMP. Leistungsanreize, Freiräume und faire Wettbewerbsbedingungen: für niedergelassene Ärzte klingen die Zukunftsvorstellungen von Daniel Bahr verheißungsvoll. Es war der Jahresempfang von Norddeutschlands größtem Klinikkonzern.

Doch was der parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesgesundheitsministerium, Daniel Bahr, auf der Veranstaltung der Damp-Gruppe sagte, gefiel besonders den niedergelassenen Ärzten. Denn Bahrs Vorstellungen von der Wettbewerbsordnung im Gesundheitswesen sind in weiten Teilen deckungsgleich mit denen vieler Praxisinhaber.

So sprach sich Bahr etwa für gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Kliniken und Praxen aus. Dies beinhaltet auch gleiche Preise für gleiche Leistungen.

Bei der Damp-Gruppe rennt Bahr damit offene Türen ein. Nach Angaben von Damp-Chef Dr. Carl Hermann Schleifer ist im Gesundheitswesen ein radikales Umsteuern erforderlich: Nicht nur die Mauern in der Versorgung, sondern auch in der Honorierung der Leistungen zwischen den Sektoren müssten beseitigt werden, forderte Schleifer.

Zugleich muss die Vergütung im ärztlichen Bereich nach Bahrs Auffassung leistungsgerechter gestaltet werden. "Wer sich mehr anstrengt und bessere Leistung bringt, muss belohnt werden. Das ist unbequem für die, die derzeit vom Mittelmaß profitieren ", sagte Bahr.

Der Staatssekretär zeigte sich skeptisch, ob eine kleinräumige Bedarfsplanung zu den erhofften Verbesserungen in der ländlichen Versorgung führen wird. Es müsse noch diskutiert werden, ob nicht stärkere Anreize für attraktivere Arbeitsplätze oder für die Delegation ärztlicher Leistungen erfolgreichere Instrumente im Kampf gegen den drohenden Ärztemangel sein könnten.

Fest steht für Bahr, dass der Ärztemangel nicht mit mehr Zentralismus, sondern mit mehr Freiheitsgraden vor Ort bekämpft werden sollte. Unter anderem schlug er vor, Reglementierungen wie zum Beispiel Abstaffellungen für das Honorar in unterversorgten Gebieten fallen zu lassen.

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