Ärzte Zeitung, 24.10.2011

3000 Ärzte zog es vom Ländle in die weite Welt hinaus

Ärzte, die aus Baden-Württemberg ins Ausland abwandern, zieht es besonders gern in die USA und in die Schweiz.

STUTTGART (fst). Rund 3000 Ärzte haben Baden-Württemberg zwischen 2001 und September 2011 den Rücken gekehrt und sind ins Ausland abgewandert. Das hat die rot-grüne Landesregierung auf Anfrage der CDU-Landtagsfraktion erklärt.

Von den 3000 abgewanderten Ärzten sind 1634 jünger als 49 Jahre alt gewesen. Nicht berücksichtigt ist in den Zahlen, ob die ausgewanderten Ärzte in der Zwischenzeit zurückgekehrt und dann erneut das Land verlassen haben. Die Schweiz und die USA waren bei den Auswanderern aus Baden-Württemberg die beliebtesten Zielländer.

Gründe für die Abwanderung kann die Landesregierung nicht nennen. Auch den volkswirtschaftlichen Schaden, der dadurch entstanden ist, vermag das Landessozialministerium nicht zu beziffern.

160 Ärzte sind Beamte

Fest steht aber, dass von den zurzeit 58.000 Mitgliedern der Ärztekammer Baden-Württemberg 3800 berufstätige Ärzte nicht medizinisch tätig sind. Darunter sind 732 Ärzte, die laut Statistik als Angestellte arbeiten, weitere 160 sind Beamte.

Als Sanitätsoffizier sind 346 Ärzte tätig. Der Verbleib des überwiegenden Teils der nicht medizinisch tätigen Ärzte (1466) ist aber statistisch nicht aufgeschlüsselt.

Anteil der Ärztinnen stark zugenommen

Im Südwesten hat, wie im gesamten Bundesgebiet, der Anteil der Ärztinnen in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen. So betrug die Quote der "frisch approbierten" Ärztinnen im Jahr 2001 rund 48,3 Prozent, im September 2011 waren es fast 62 Prozent.

Nach Ansicht der Landesregierung wird in den kommenden zehn Jahren das "Stadt-Land-Gefälle" in der ambulanten Versorgung zunehmen - auch weil in diesem Zeitraum ein großer Teil der gegenwärtig niedergelassenen Ärzte das Rentenalter erreichen wird.

Jeder vierte Hausarzt ist älter als 60

In Baden-Württemberg sind 25 Prozent der Hausärzte älter als 60 Jahre, bei Fachärzten sind es 19 Prozent.

Im vergangenen Jahr sei allerdings bei der Zahl der Niedergelassenen ein "historischer Höchststand" zu verzeichnen gewesen.

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