Ärzte Zeitung, 09.12.2009

Gastroenterologen warnen vor stiller Rationierung

BERLIN (ble). Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (BNG) hat vor einer "stillen Rationierung für Krebspatienten" mit metastasiertem Kolorektalkarzinom gewarnt. Auslöser ist die Absicht des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), die medikamentöse Therapie dieser Patienten an ein so genanntes Zweitmeinungsverfahren zu koppeln (wir berichteten).

Behandelnde Onkologen sollen ihre Therapieempfehlung nach dem mit der Gesundheitsreform 2007 eingeführten Paragraf 73d SGB V künftig durch einen "Arzt für besondere Arzneimitteltherapie" bestätigen lassen. Eine endgültige Entscheidung soll im Frühjahr 2010 fallen.

"Ohne hinreichende Begründung" werde damit ein Genehmigungsverfahren für die Verordnung von zugelassenen Arzneimitteln in den sensiblen Entscheidungsprozess der Therapieplanung eingeführt, so die BNG-Expertin Professor Birgit Kallinowski. "Entgegen den zugrunde gelegten Annahmen lässt sich weder eine mengenmäßig relevante Fehlverordnung noch eine unangemessene Gefährdung der Patientensicherheit belegen", kritisiert sie. Der Verband vermutet rein wirtschaftliche Gründe hinter der Vorfestlegung des GBA.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »