Ärzte Zeitung, 09.07.2014

Krebstherapeutika

Rabattverträge sind dominant bei Patentfreien

FRANKFURT/MAIN. Bei der ambulanten Behandlung krebskranker Patienten sind rabattgeregelte Medikamente mittlerweile von hoher Bedeutung. Darauf hat das Beratungsunternehmen IMS Health hingewiesen.

45 Prozent der Krebspräparate, die von Mai 2013 bis April 2014 GKV-Patienten verordnet wurden, waren patentgeschützt. In dem Einjahreszeitraum wurden auf GKV-Rezept insgesamt 5,4 Millionen Packungen abgerechnet. Davon waren 47 Prozent Fertigarzneimittel und 53 Prozent parenterale Zubereitungen. Der Umsatz zum Herstellerabgabepreis belief sich auf knapp 3,5 Milliarden Euro.

In der Gruppe der Antineoplastika (3,8 Millionen Packungen) sind 53 Prozent der abgegebenen Medikamente patentfrei gewesen. Für fast die Hälfte dieser Präparate ohne Unterlagenschutz (46 Prozent) hat es einen Rabattvertrag gegeben, meldet IMS Health. Noch höher ist die Bedeutung von Rabatten bei der zweiten Arzneigruppe, den Zytostatika.

Für 87 Prozent der 1,6 Millionen abgegebenen Zytostatika-Packungen hat kein Patentschutz mehr bestanden. Bei 80 Prozent der patentfreien Präparate dieser Gruppe lag zwischen Mai 2013 bis April 2014 ein Rabattvertrag vor. Insgesamt ist bei den Fertigarzneimitteln die Rabattquote mit 58 Prozent deutlich höher gewesen als bei Zubereitungen (33 Prozent).

Wie bei anderen Indikationen, bilden auch bei Krebstherapeutika Medikamente ohne Patentschutz den Kern des Rabattgeschäfts. Dies traf in der Einjahresperiode auf 90 Prozent der verordneten Präparate zu. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wer viel Wasser trinkt, beugt Harnwegsinfekten vor

Den Ratschlag, viel zu trinken, sollten sich Frauen nicht nur während eines Harnwegsinfektes zu Herzen nehmen. Auch wer danach reichlich Wasser trinkt, profitiert davon. mehr »

In der Praxis oft auch knifflige AU-Fälle

Die Regeln, wie und wann ein Arzt einen Patienten krankschreiben darf, sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie festgehalten. In der Praxis gibt es jedoch viele knifflige Fälle. mehr »

Handlungsbedarf bei Chronikerpauschale!

Die Chronikerzuschläge für Hausärzte bleiben eine der dringendsten Hausaufgaben für die Selbstverwaltung. Es wird Zeit, die alten bürokratischen Zöpfe abzuschneiden, meint unser Abrechnungsexperte. mehr »