Ärzte Zeitung online, 08.06.2017
 

Bayern

Kommunen beraten Zukunft der Versorgung

Wie kann die Versorgung auf dem Land gesichert werden – und was können Kommunen dafür tun? Bei einer Fachtagung in Nürnberg wurde erneut das Medizinstudium in den Blick genommen.

Von Christina Bauer

NÜRNBERG. Wie kann Versorgung kommunal organisiert und sichergestellt werden? Diese in vielen Regionen drängende Frage stand bei der Fachtagung "Ambulante ärztliche Versorgung auf kommunaler Ebene weiterentwickeln" in Nürnberg im Mittelpunkt. Zur Diskussion eingeladen hatten das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV), Teil nahmen Vertreter von Kommunen, Landkreisen und Bezirken, die eine Antwort darauf finden wollten, wie sich der mancherorts bereits bestehende, in anderen Teilen des Landes zumindest drohende Notstand auffangen lässt.

Der BHÄV-Vorsitzende Dr. Dieter Geis skizzierte die Problematik der Überalterung der Ärzteschaft am Beispiel Bayerns. "Jeder dritte Hausarzt in Bayern ist über 60 Jahre alt und wird bereits in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen", warnte Geis – und forderte eine Stärkung der Allgemeinmedizin.

Insbesondere solle sie schon an den Universitäten gefördert werden. Dort seien zudem mehr Medizinstudienplätze zu schaffen. Geis befürwortete zudem eine bessere Förderung der ärztlichen Aus- und Weiterbildung. Der Masterplan Medizinstudium 2020 müsse nun kurzfristig umgesetzt und langfristig finanziell abgesichert werden.

Ebenfalls anwesend waren bei der Veranstaltung Vertreter des Kommunalbüros für ärztliche Versorgung. Es wurde 2012 vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) am LGL eröffnet. Kommunen sollen dort Beratung zu Fragen der Gesundheitsversorgung erhalten. Bisher nutzten das Angebot einer aktuellen Meldung zufolge 285 Gemeinden, Landkreise und Netzwerke. Sie nahmen im Durchschnitt 13 Beratungstermine wahr.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) wertete das als Erfolg. "Das Kommunalbüro ist zur zentralen Anlaufstelle für Landräte und Bürgermeister bei Fragen der aktuellen und künftigen ärztlichen Versorgung geworden", lobte sie. Um die regionale Versorgung der Zukunft im Bereich der Medizin zu sichern, seien vor allem Akteure vor Ort einzubeziehen. Das betreffe insbesondere Haus- und Fachärzte sowie Kliniken, außerdem Pflegedienste.

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