Ärzte Zeitung online, 14.08.2017
 

Bayern

Landarzt-Förderung wirkt

Über 460 Mediziner konnte das bayerische Gesundheitsministerium mit seinem Förderprogramm bereits für die künftige Arbeit auf dem Land begeistern.

Landarzt-Förderung wirkt

Seit August 2012 läuft das Programm in Bayern, mit dem Ärzte fürs Landleben begeistert werden sollen. Bislang wurden rund 27,2 Millionen Euro bereit gestellt.

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MÜNCHEN.Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zieht eine durchweg positive Bilanz für das Landarzt-Förderprogramm im Freistaat: "In fünf Jahren konnten wir über 460 Mediziner für den ländlichen Raum begeistern: Wir fördern 351 Arzt-Niederlassungen und 117 Medizinstudierende, die sich verpflichtet haben, später im ländlichen Raum tätig zu werden", sagte sie am Sonntag in München. Rechnerisch könne damit rund jede vierte Kommune in Bayern mit einem Nachwuchsmediziner versorgt werden. Seit August 2012 läuft das Programm, bislang wurden rund 27,2 Millionen Euro bereit gestellt. Im Haushalt 2017/2018 stehen laut Humls Ministerium 11,2 Millionen Euro für die Landarztförderung auch über Stipendien für Medizinstudenten zur Verfügung.

Im Rahmen des Programms unterstützt das Ministerium unter anderem die Niederlassung von Haus- und Fachärzten mit bis zu 60.000 Euro. Psychotherapeuten können eine Förderung von bis zu 20.000 Euro erhalten. Eine der Grundvoraussetzung dafür sei, dass sich die Mediziner in Gemeinden mit nicht mehr als 20.000 Einwohnern niederlassen. Bei Kinder- und Jugendpsychiatern liege die Grenze bei 40.000 Einwohnern. Zu dem Programm gehören aber wie gesagt auch die Vergabe von Stipendien an Medizinstudierende, die sich verpflichten, ihre Facharztweiterbildung im ländlichen Raum zu absolvieren und dort anschließend fünf Jahre tätig zu sein, sowie die Förderung innovativer medizinischer Versorgungskonzepte.

"280 Hausärzte und 71 Fachärzte sind aufgrund unserer Förderung bereits im ländlichen Raum tätig, darunter zehn Kinder- und Jugendpsychiater und 50 Psychotherapeuten. Mit unserem Programm leisten wir einen essentiellen Beitrag zum Erhalt einer wohnortnahen medizinischen Versorgung im ländlichen Raum und ein starkes Stück Zukunftssicherung!", so Huml.(reh)

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