Ärzte Zeitung online, 29.11.2017
 

Junge Ärzte

Niederlassung: Thüringen fördert mehr Orte

Die KV weitet die Niederlassungsförderung auch auf Regionen aus, in denen absehbar Ärzte fehlen.

ERFURT. Das Paket der KV Thüringen (KVT) zur Niederlassungsförderung soll künftig nicht nur in offiziell unterversorgten Regionen greifen. Die VV hat beschlossen, die Förderung auch auf Orte und Regionen auszuweiten, in denen erkennbar Ärzte fehlen oder demnächst in Ruhestand gehen, ohne dass eine Unterversorgung gemessen an der Bedarfsplanung vorliegt.

In solchen von der KV als Sicherstellungsbrennpunkte bezeichneten Regionen können niederlassungswillige Ärzte vom kommenden Jahr an Investitionskostenzuschüsse bei Praxisneugründungen oder -übernahmen erhalten. Die KV gehe damit über das gesetzlich vorgesehene Maß hinaus, sagte die KV-Vorsitzende Annette Rommel. "Wir orientieren unsere Niederlassungsförderung damit stärker an den Bedürfnissen der Patienten", erklärte sie. "Wir wollen, dass Arztpraxen dort erhalten werden beziehungsweise neu entstehen, wo sie von den Patienten benötigt werden. Dem tragen die gesetzlichen Regelungen bisher nur in unzureichendem Maße Rechnung."

Das neue Sicherstellungsstatut sieht außerdem die Förderung der Weiterbildung zusätzlicher Augenärzte für Thüringen vor. Damit soll vor allem die Situation in der konservativen augenärztlichen Versorgung verbessert werden – seit Jahren ein Problem in Thüringen. Angesichts einer unzureichenden Zahl an Weiterbildungsstellen für junge Augenärzte in Kliniken will die KV zusätzliche Weiterbildungsstellen im ambulanten und stationären Bereich finanzieren.

Geplant sei die Förderung von bis zu zwei Stellen pro Jahr – wobei die KV die Kosten für die Weiterbildung in der Klinik übernehme. Derzeit absolvieren im kleinen Thüringen jährlich im Schnitt vier angehende Augenärzte ihre Facharzt-Ausbildung.

In diesem Jahr stehen in Thüringen rund 5,3 Millionen Euro für die Niederlassungsförderung zur Verfügung. Rund 750.000 Euro davon kommen von den Kassen. Ein eigenes Förderprogramm des Landes hat ein Volumen von bislang 500.000 Euro. (zei)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »