Ärzte Zeitung, 10.09.2009

Kommentar

Die Leseunlust der MVZ-Betreiber

Von Angela Mißlbeck

Dinge passieren, die gibt es eigentlich gar nicht. Die Union wettert im Wahlkampf gegen Medizinische Versorgungszentren. MVZ sind eine Idee der Sozis. Da lässt sich besonders in bayerischen Bierzelten gut gegen polemisieren. Getreu dem Drängen aus Bayern hat die Union auch in ihr Wahlprogramm aufgenommen, dass die Trägerschaft von MVZ eingeschränkt werden soll - Kliniken wären danach nicht mehr erlaubt.Wenn die Union also zusammen mit der FDP die nächste Bundesregierung stellen sollte, könnte es vielen MVZ an den Kragen gehen.

Und was machen die MVZ-Leiter in dieser Situation? Sie setzen ihre größten Wahlhoffnungen auf Schwarz-Gelb. Von Rot-Grün erwarten die meisten Verschlechterungen. Mit anderen Worten: Die MVZ-Leiter - egal ob Ärzte oder Geschäftsführer - wollen mehrheitlich, dass die nächste Regierung ihre Einrichtungen abschafft oder die Zahl der genehmigungsfähigen Träger begrenzt.

Sind diese Meinungsäußerungen Ausdruck politischer Unkenntnis, die zum Himmel stinkt? In Bayern wird man das gerne riechen. Allerdings wird man sich dort, wie beim politischen Gegner, eingestehen müssen, dass gesundheitspolitische Programme selbst von denen nicht gelesen werden, die sie unmittelbar angehen.

Lesen Sie dazu auch:
"Portal-MVZ sind politisch nicht gewollt"
MVZ-Betreiber beurteilen Zukunft skeptisch

 

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »