Ärzte Zeitung, 15.08.2011

Patientenbeauftragte wirft der KV Berlin Panikmache vor

BERLIN (ami). In den Streit um die neuen Arzneimittel-Richtgrößen in Berlin hat sich nun die Patientenbeauftragte der Hauptstadt Karin Stötzner eingeschaltet.

Stötzner kritisiert die Informationspolitik der KV Berlin und einzelner Ärzte. Sie vertritt die Auffassung, dass "hier gegenüber Patientinnen und Patienten eine völlig unzulässige Panik betrieben wird".

Die Patientenbeauftragte erhält nach eigenen Angaben in den letzten Tagen viele Beschwerden von Patienten, die vermuten, dass Ärzte ihnen notwendige Medikamente mit dem Hinweis auf das gekürzte Budget für Arzneimittel verweigern.

Patienten sollen nach den Gründen fragen

Sie fordert die Patienten auf, sich vom Arzt den individuellen medizinischen Grund konkret erläutern zu lassen, wenn er eine gewohnte Verordnung verweigert. "Ärzte, die sich nicht korrekt verhalten, sollten den Krankenkassen benannt werden", so Stötzner weiter in ihrer Mitteilung.

Gemeinsam mit den Ersatzkassen wies die Patientenbeauftragte auch darauf hin, dass die Regressbedrohung für einzelne Ärzte wesentlich geringer sei, als von der KV Berlin angegeben. Die KV spricht von 15 Prozent aller Ärzte.

"Laut Gesetz werden nach wie vor nur fünf Prozent der Ärzte je Arztgruppe überhaupt geprüft", so die Sprecherin der Ersatzkassen Dorothee Binder-Pinkepank. Die KV Berlin hat für Mittwoch weitere Informationen angekündigt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

In Westeuropa sterben Deutsche am frühesten

Deutschland hat unter 22 westeuropäischen Ländern die niedrigste Lebenserwartung. Im weltweiten Vergleich gibt es noch immer drastische Unterschiede - von bis zu 40 Jahren. mehr »

Gemeinsam gegen Antibiotika-Resistenzen

Die Weltantibiotikawoche ist angelaufen: Während die WHO für mehr Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Medizin wirbt, versucht ein Projekt von Ärzten und Kassen die Bürger für Resistenzen zu sensibilisieren. mehr »

Herzschutz-Effekt durch Fischöl-Kapseln

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren mittels spezieller Fischöl-Kapseln hat in der beim AHA-Kongress präsentierten REDUCE IT-Studie eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie VITAL. mehr »