Ärzte Zeitung, 17.10.2011

Kliniken werben: Bei uns geht's ohne Warten

Kliniken in Hamburg bringen sich in Stellung gegen niedergelassene Ärzte und offerieren schnelle Hilfe für Burn-out-Erkrankte.

Von Dirk Schnack

Kliniken werben: Bei uns geht's ohne Warten

Schnelle Hilfe für Patienten mit Depressionen und Burn-Out: Damit werben Hamburger Krankenhäuser.

© dpa

HAMBURG. Mit dem Hinweis auf längere Wartezeiten bei niedergelassenen Ärzten preist die Hamburgische Krankenhausgesellschaft (HKG) Institutsambulanzen und Tageskliniken ihrer Mitgliedshäuser als Alternative für Burn-out Erkrankte an.

"Da die bestehenden Therapieangebote bereits erheblich überlastet sind, sind monatelange Wartezeiten auf ein Erstgespräch beim niedergelassenen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Tagesordnung. Die Symptome sind oftmals schon chronifiziert, wenn ein Therapieplatz schließlich gefunden ist", heißt es in einer Mitteilung der HKG.

"Schnelle und wirksame Hilfen"

Die Hamburger Krankenhäuser dagegen böten "schnelle und wirksame Hilfen für Burn-out Erkrankte".

HKG-Geschäftsführerin Dr. Claudia Brase verwies auch auf das Risiko, dass ohne schnelle ambulante Hilfe "lange stationäre Aufenthalte und zum Teil mehrjährige Arbeitsunfähigkeit" drohten. Dies gelte es zu verhindern.

Krankenhausbehandlungen wegen Depressionen haben zugenommen

Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes haben die Krankenhausbehandlungen wegen leichter Depressionen in den vergangenen zehn Jahren in Hamburg um 41 Prozent und wegen schwerer Depressionen um 124 Prozent zugenommen.

Viele Patienten bleiben unbehandelt, mehr als die Hälfte der Patienten erreicht nach Angaben der HKG keinen Termin beim Facharzt.

Vielen Bürgern unbekannt

Dass auch Krankenhäuser mit psychiatrischen Fachabteilungen ambulante und teilstationäre psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungen anbieten, ist vielen Bürgern weitgehend unbekannt.

Die Krankenhäuser in Hamburg versuchen schon seit geraumer Zeit, bei der Gesundheitsbehörde unter Hinweis auf Wartezeiten eine Lockerung der vertraglichen Einschränkungen für den Zugang zu Institutsambulanzen und Tageskliniken zu erreichen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Epileptiker haben hohe Überdosisgefahr

Die Gefahr, an einer Medikamentenüberdosis zu sterben, ist bei Epilepsiekranken fünffach erhöht, so eine Studie. Doch es ist anders, als auf den ersten Blick gedacht: Schuld sind meist nicht die Antikonvulsiva. mehr »

Nichtstun ist gefährlich für Patientendaten

Nur noch wenige Tage, dann tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Grund genug auch für Ärzte, sich die Prozesse der Datenverarbeitung anzuschauen und auf Sicherheit abzuklopfen. mehr »

So gefährlich sind Krampfadern

Krampfadern sollten nicht nur als kosmetisches Problem angesehen werden. Auch wenn die Varizen keine Beschwerden verursachen, bergen sie gesundheitliche Gefahren. mehr »