Ärzte Zeitung, 01.10.2012

Behandlungsplan

Ärzte und ältere Patienten oft uneins

ROSTOCK (ras). Ältere Patienten haben häufig ganz andere Gesundheitsprioritäten als die sie behandelnden Hausärzte. Selbst im Arzt-Patienten-Gespräch können diese nur bedingt ausgeräumt werden.

Dies ist das Ergebnis einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover, die Dr. Ulrike Junius-Walker beim DEGAM-Kongress in Rostock vorgestellt hat. In die Erhebung waren 174 Patienten über 70 Jahre, sowie 21 Hausärzte einbezogen.

Von den im Schnitt elf Gesundheitsproblemen pro Patient konnten im Mittel nur zwei als "gemeinsame Priorität" festgelegt werden. Noch die größte Überweinstimmung zwischen Patient und Hausarzt bestand bei den Themen "funktionelle Probleme" und "fehlende Impfungen".

Grundsätzlich war es für die Patienten am wichtigsten, dass ihre alltagsrelevanten funktionellen Störungen behoben und soziale Probleme gelöst werden.

Die Hausärzte fanden es hingegen wichtiger, im Gespräch mit den Patienten Medikation und Impfungen anzusprechen und auf eine Veränderung der Verhaltensweisen zu drängen.

Nur jedem fünften Arzt und Patienten gelang es aber, den jeweils anderen im Gespräch von seinen Prioritäten zu überzeugen und den Behandlungsplan dementsprechend anzupassen. Forscherin Junius-Walker warb für weitere Forschung auf diesem Feld.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (19254)
Praxisführung (14919)
Organisationen
DEGAM (313)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »