Ärzte Zeitung, 14.02.2013

Kommentar zum Streit in Hamburg

Kompromiss gefragt

Von Dirk Schnack

Keine andere Stadt in Deutschland bringt so viele Standespolitiker in die Spitzen ihrer berufspolitischen Vertretungen wie Hamburg. Dass zwischen ihnen nicht immer eitel Sonnenschein herrschen kann, ist nachvollziehbar - Meinungsverschiedenheiten gehören ebenso zum Tagesgeschäft wie Konkurrenz um Posten und Positionen.

Auch wenn mit Ärztekammer und KV ausgerechnet die beiden für Ärzte wichtigsten Körperschaften öffentlich unterschiedliche Standpunkte vertreten, ist dies noch nicht per se schädlich. Beide Körperschaften haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie gute Arbeit leisten - auch beim gemeinsamen Hamburger Ärzteblatt, das wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Nachbesetzung des Schriftleiters in die Diskussion geraten ist.

Inzwischen ist der Konflikt aber an einem Punkt angekommen, an dem viele Ärzte von den Körperschaften Kompromissfähigkeit erwarten, wie auch die jüngste Resolution der Kammer-Delegierten zeigt. Das sollte erfahrenen Berufspolitikern eigentlich gelingen.

Denn Hamburg hat andere, wichtigere Probleme zu lösen, für die ein Schulterschluss zwischen den beiden Körperschaften hilfreich sein könnte. Die noch lange nicht beendete Auseinandersetzung mit den Krankenkassen gehört dazu.

Lesen Sie dazu auch:
Hamburg: KV und Kammer liegen über Kreuz

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Neue Hoffnung auf wirksame Alzheimer-Therapie

Lässt sich der Krankheitsverlauf bei Alzheimer mittels Antikörper doch bremsen? Erstmals deutet sich ein solcher Erfolg in einer größeren Studie an. Das weckt Hoffnungen. mehr »

Was die Datenschutz-Folgenabschätzung ist

Praxen, Kliniken und MVZ, die in großem Stil Patientendaten verarbeiten, müssen laut DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung absolvieren. Medizinrechtler erläutern, wie das geht und was das überhaupt ist. mehr »

Tele-Hausarzt horcht aus der Ferne ab

Dr. Rafael Walocha betreut als Tele-Hausarzt Bewohner eines Pflegeheims per Video. Dabei kann er die Patienten sogar elektronisch auskultieren. Arzt und Patienten sind begeistert. mehr »