Ärzte Zeitung online, 12.07.2017

Strahlentherapie

Neues Gesetz vereinfacht Forschung

BERLIN. Medizinische Forschungsvorhaben mit Strahlenbelastung sollen künftig leichter möglich sein. Denn mit dem "Gesetz zur Neuordnung des Rechts zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung" werden erstmals Fristen für die Genehmigung der Forschungsprojekte gesetzt.

Im Bereich der genehmigungspflichtigen medizinischen Forschung beträgt die Frist, in der ein Antrag entschieden werden muss, künftig 90 Tage. Die zuständige Behörde kann die Frist laut Hochschulmedizin e.V. unter bestimmten Voraussetzungen um weitere 90 Tage verlängern.

"Die Möglichkeit einer Fristverlängerung sollte eine Ausnahme bleiben", sagt Dr. Christoph Coch, Vorstandsvorsitzender des KKS-Netzwerkes (Koordinierungszentren für Klinische Studien).

Forscher hatten bislang beklagt, dass beim Bundesamt für Strahlenschutz teilweise Genehmigungszeiten von bis zu zwei Jahren aufgelaufen waren. Diese sollen nun der Vergangenheit angehören.

"Durch diese teilweise mehrjährigen Genehmigungszeiten waren deutsche Forscher in den vergangenen Jahren oftmals von der internationalen Erprobung neuer medizinischer Verfahren ausgeschlossen", kritisiert der Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages Dr. Frank Wissing. Entsprechend froh seien die Wissenschaftler nun über die im Gesetz enthaltenen Fristen. Die Regelungen zur medizinischen Forschung treten zum 31. Dezember 2018 in Kraft.

Der Bundesrat hatte – wie berichtet – im Mai grünes Licht für das Gesetz gegeben. (chb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »