Ärzte Zeitung online, 21.09.2017
 

Kinder- und Jugendärzte

Pädiater hadern weiter mit Reformgesetz

Der Kompromiss zur Pflegeberufereform ärgert Kinder- und Jugendärzte.

Von Raimund Schmid

KÖLN. Heftige Kritik am Pflegeberufereformgesetz und am schleppenden Aufbau von Pflegekammern in Deutschland haben die Fachgesellschaften der Kinder- und Jugendmedizin zu Beginn ihrer Jahrestagungen am Donnerstag in Köln geübt.

"Ich bedauere es sehr, dass sich der Bundestag hierfür nicht mehr Zeit genommen hat und die Inhalte und Stundenkontingente für kinder-und jugendspezifische Anforderungen in der Pflege sehr im Vagen gelassen hat," kritisierte Professor Ertan Mayatepek, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) bei der Eröffnungsveranstaltung vor den 3000 Teilnehmern des Kongresses. Es sei zu hoffen, dass sich die jungen Menschen nicht von der Kinderkrankenpflege abschrecken ließen und sich künftig für die Spezialisierung Kinderkrankenpflege im dritten Ausbildungsjahr entschieden.

Mayatepek: "Wir warten auf die konkrete Ausgestaltung des Kompromisses in der zugehörigen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, die der künftige Bundestag beschließen muss." Als Erfolg wertete der DGKJ-Präsident hingegen, dass die Reform nicht vor 2020 greifen wird und erst nach weiteren sechs Jahren evaluiert und endgültig bewertet werden wird. Das verschaffe der Kinderkrankenpflege etwas Luft und komme auch den Kinder- und Jugendärzten, die sehr auf die Kinderkrankenpflege angewiesen seien, entgegen.

Als ermutigendes Zeichen hat der Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD) die bundesweit erste Etablierung einer Pflegekammer in Rheinland-Pfalz gewürdigt. Die stellvertretende BeKD-Vorsitzende Elfriede Zoller kündigte in Köln die Errichtung weiterer Pflegekammern in Schleswig-Holstein und Niedersachsen für 2018 an. Hohe Erwarten setzen Pädiater und Kinderkrankenpflege auch in den Aufbau einer Bundespflegekammer, die der Deutsche Pflegerat beschlossen hat und die zusammen mit der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz auf den Weg gebracht werden soll.

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