Ärzte Zeitung online, 15.05.2019

Kabinettsbeschluss

Hebamme künftig nur noch mit Studium

Hebamme künftig nur noch mit Studium

Hebammen werden künftig in einem dualen System ausgebildet: Das hat das Bundeskabinett beschlossen.

© Monkey Business / stock.adobe.com

BERLIN. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegte Reform des Hebammen-Gesetzes beschlossen. Demnach müssen Geburtshelferinnen künftig ein duales System bestehend aus Studium und Berufsausbildung durchlaufen. Das Studium dauert dem Beschluss zufolge mindestens sechs und höchstens acht Semester und endet mit einer staatlichen Prüfung und einem Bachelor-Abschluss.

Nur so darf künftig die Berufsbezeichnung „Hebamme“ geführt werden. Gleichzeitig wird damit eine entsprechende EU-Richtlinie umgesetzt. Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrats soll das Gesetz Anfang Januar kommenden Jahres in Kraft treten.

Voraussetzung ist ein zwölfjähriger Schulbesuch oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf. Für die Dauer des Studiums soll eine Vergütung gezahlt werden. Vorgesehen ist ein hoher Praxisanteil, der im Krankenhaus und im ambulanten Bereich zum Beispiel bei einer freiberuflichen Hebamme erfolgen soll. Von der Mindeststudienzeit von 4600 Stunden sollen jeweils mindestens 2100 Stunden auf den praktischen und theoretischen Teil einfallen.

Spahn liefere keine Antwort darauf, wie bereits ausgebildete Hebammen sich nachträglich akademisch qualifizieren können, ohne ein vollständiges Studium absolvieren zu müssen, monierte die grüne Gesundheitspolitikerin Dr. Kirsten Kappert-Gonther. (bar)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Notfallsanitäter sollen spritzen dürfen

Invasive, lebensrettende Maßnahmen sollen künftig auch Notfallsanitäter durchführen dürfen, planen die Bundesländer. Ärztliche Verbände sind erbost. mehr »

Vom Zauber der Berührung

Das Stiefkind der Sinnesforschung: Obwohl der Tastsinn unser wichtigster Sinn ist, erforschen ihn nur wenige Forscher. Ein Einblick, wie Ärzte beispielsweise mit dem Taucheranzug Anorexie angehen. mehr »

Spahns Kassenreform im Vorstände-Check

Mit dem „Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz“ will Minister Spahn einen gerechteren Wettbewerb unter den Kassen anfachen. Wir haben vier Kassenvorstände befragt, was sie vom Gesetzentwurf halten. mehr »