Ärzte Zeitung online, 19.08.2019

Kommentar zum DMP Depression

Koordinations-Probleme

Ein strukturiertes Behandlungsprogramm sorgt für Ärger. Beim DMP Depression fühlen sich Psychotherapeuten unterfordert.

Von Anno Fricke

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Der Bedarf ist unumstritten . Bei den Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen stehen psychische Erkrankungen mit 13 Arbeitsunfähigkeitstagen je gesetzlich Versichertem an dritter Stelle hinter den Verletzungen und den Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein strukturiertes Behandlungsprogramm (DMP) für die Diagnose Depression war daher überfällig. Mit einer hochumstrittenen Entscheidung hat sie der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) nun auf den Weg gebracht. Vor dem Start zustimmen muss noch der Gesundheitsminister.

Hausärzte sollen in dem Programm eine wichtige Rolle spielen. Das ist folgerichtig. Viele Hausärzte verfügen über psychotherapeutische Qualifikationen. Eine andere wichtige Berufsgruppe wirkt dagegen zu schwach gewichtet.

Psychotherapie und Psychopharmaka sind die therapeutischen Standbeine des neuen DMP. Da wundert es doch etwas, dass die psychologischen Psychotherapeuten nicht einmal in Ausnahmefällen und auf Wunsch des Patienten als DMP-Koordinatoren zugelassen sind. Das wirkt nicht konsistent.

Vor allem, weil die Ärzte die Psychotherapeuten bei fehlender Besserung spätestens nach sechs Wochen in die Behandlung einbinden sollen. Interessant wird sein, wir der GBA seinen Beschluss begründen wird.

Lesen Sie dazu auch:
Disease Management: DMP Depression fällt bei Psychotherapeuten durch

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