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WHO-Chefin Chan drückt aufs Tempo

GENF (dpa). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehr Anstrengungen für die hochgesteckten sogenannten Millenniumsziele der Vereinten Nationen angemahnt. Viele könnten beim bisherigen Tempo nicht erreicht werden, hieß es am Montag in Genf bei der Eröffnung der Weltgesundheitsversammlung, dem höchsten Entscheidungsgremium der UNOrganisation.

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Zwar gebe es Fortschritte, doch die positive Entwicklung verlaufe noch deutlich zu langsam. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan sagte, gerade die Ärmsten müssten von medizinischen Fortschritten profitieren. "Wenn wir die Armen verfehlen, verfehlen wir das Ziel", sagte Chan.

Vertreter der 193 WHO-Mitgliedstaaten, darunter viele Gesundheitsminister, wollen sich bis zum 21. Mai vor allem noch einmal mit den Folgen der Schweinegrippe-Pandemie, der Bekämpfung von Tuberkulose und Aids sowie den gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen übermäßigen Alkoholkonsums und gefälschter Arzneien befassen.

Die Vereinten Nationen hatten im Jahr 2000 ihre Millenniumsziele verabschiedet. Danach haben sich die UN-Staaten verpflichtet, bis 2015 acht weltweite Ergebnisse zu erzielen. Dazu gehören neben der Senkung der Armut auch die Verminderung der Kinder- und Müttersterblichkeit und die nachhaltige Bekämpfung von Aids, Malaria und anderen Krankheiten.

Chan verwies darauf, dass etwa die Pocken aufgrund einer Initiative der WHO seit 30 Jahren ausgerottet sind. "Der Eckpunkt der Kampagne (gegen Pocken) war die Prävention zu einer Zeit, als die meisten Gesundheitssysteme auf Heilung ausgerichtet waren", sagte Chan. Ähnliches müsse jetzt wieder gelten.

Nach WHO-Einschätzung haben etwa die Todesfälle von unter fünfjährigen Kindern seit Anfang der 90er Jahre um fast ein Drittel abgenommen.

Doch dies sei nicht ausreichend, heißt es in einer Studie. Die WHO verlangt, dass den über 100 Millionen unterernährten Kindern dringend geholfen wird. Allerdings konnte die Situation vieler Kinder verbessert werden: Während 1990 nach Schätzungen 25 Prozent untergewichtig waren, sind es heute noch 16 Prozent.

Um 16 Prozent zurückgegangen sind zwischen 2001 und 2008 auch die HIV-Ansteckungen. Ferner hätten heute weltweit 87 Prozent der Menschen Zugang zu Trinkwasser, womit ein Millenniumsziel erreicht werden könne, schrieb die WHO. Auch die Behandlung von Tuberkulose und Malaria sei inzwischen sehr wirksam, obwohl die Ergebnisse der einzelnen Länder und Regionen noch sehr unterschiedlich seien. Sorge bereitet, dass sich vor allem in Schwellenländern die Tuberkulose weiter ausbreitet. Ein hohes Risiko sind dabei wachsende Resistenzen, die durch unzulängliche Arzneimitteltherapie ausgelöst werden. Ein Problem sei dies vor allem in Russland.

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