Ärzte Zeitung, 06.07.2011

Banküberfall für einen Dollar - um vom Gefängnisarzt versorgt zu werden

Banküberfall für einen Dollar - um vom Gefängnisarzt versorgt zu werden

Einen Dollar hat James Verone beim Banküberfall erbeutet. Das brachte ihn ins Gefängnis - doch darauf hatte er gehofft.

© crimson / fotolia.com

FRANKFURT/MAIN (Smi). In den USA hat ein Mann eine Bank überfallen und exakt einen Dollar erbeutet. Auf das Geld kam es ihm gar nicht an, er wollte in den Knast, um medizinische Hilfe zu erhalten, denn er besitzt keine Krankenversicherung. Im Gefängnis werden Häftlinge kostenlos medizinisch versorgt.

Als James Verone aus Gastonia im US-Bundesstaat North Carolina die RBC Bank seiner Heimatstadt betrat, wusste er sich nicht mehr anders zu helfen.

Vor drei Jahren hatte er seinen Job bei der Coca Cola Company verloren, für die er 17 Jahre lang gearbeitet hatte.

Mit Gelegenheitsjobs hatte er sich eine Zeit lang über Wasser gehalten, nun waren seine Ersparnisse aufgebraucht, ebenso seine Geduld. Ihn plagten Schmerzen im Rücken, in der Brust, in den Knöcheln, am Fuß.

"Ich warte auf die Polizei"

Er ging schnurstracks zum Schalter und reichte dem Bankangestellten einen Zettel. "Dies ist ein Banküberfall", stand darauf. "Bitte geben Sie mir nur einen Dollar." Eine Waffe hatte er nicht dabei. Dem Angestellten sagte er: "Ich setze mich dort drüben hin und warte auf die Polizei."

Verones Plan ging auf. Mehr noch: Seine Verzweiflungstat ging um die Welt. Inzwischen ist der 59-Jährige dort, wo er hinwollte, im Bezirksgefängnis von Gaston County. "Die Schmerzen waren unerträglich", sagte er der "Gaston Gazette".

Alle möglichen Handlungsoptionen habe er durchgespielt. Dann sei ihm plötzlich die Idee mit dem Bankraub gekommen. Im Knast, so seine Logik, erhalte er täglich Essen und endlich medizinische Hilfe.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Widersprüche ohne Grenzen

Topics
Schlagworte
Gesundheitspolitik international (8478)
Organisationen
Coca-Cola (59)
Krankheiten
Schmerzen (4654)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »