Ärzte Zeitung online, 10.09.2013
 

Japan

Hausärzte warnen vor Folgen der "Abenomics"

Die Wirtschaftspolitik in Japan gefährdet die Versorgung der Patienten, so die Kritik der Ärzte.

Von Sonja Blaschke

Hausärzte warnen vor Folgen der "Abenomics"

Japans Premierminister Shinzo Abe hat weitreichende Reformen angekündigt - auch in der Gesundheitspolitik.

© KIMIMASA MAYAMA / dpa

TOKIO. Japan war lange stolz auf sein universales Gesundheitswesen, das allen Patienten gleichermaßen den Zugang dazu gewährt - und das bei geringer Eigenbeteiligung.

Doch dieses Grundprinzip könnte sich bald ändern, wenn es nach Premierminister Shinzo Abe geht. Er kündigte im Rahmen seiner "Abenomics" getauften Wirtschaftspolitik weitreichende Reformen an.

Denen könnte ein nur in Japan geltendes Verbot der "gemischten medizinischen Behandlung" zum Opfer fallen - und damit in den Augen der Japan Medical Association (JMA), der größten Ärztelobby, das gesamte System gefährden.

Bisher können Patienten in Japan Leistungen aus dem Versicherungskatalog und solche, die darin (noch) nicht enthalten sind, nicht kombinieren - außer sie tragen die Kosten für beide Leistungen selbst.

Zu selten werde bisher "gemischte Behandlung" gewährt und anteilig von der Kasse übernommen, sagen Kritiker, etwa bei neuen Behandlungsmethoden für Krebs, von denen man annimmt, dass sie bald in den Leistungskatalog aufgenommen werden.

Premier hat vor allem die Wirtschaft im Blick

Abe kündigte an, zum Wohl der Patienten die "gemischte medizinische Behandlung dramatisch" auszubauen. Was das konkret bedeutet und wie sich das auf die Patienten auswirkt, lesen Sie exklusiv in unserer App...

Jetzt gleich lesen ...Jetzt gleich lesen ...

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Überlebensvorteil bei Übergewicht nur ein Trugschluss?

Übergewicht ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor, doch wer schon eine entsprechende Erkrankung hat, lebt länger. Stimmt dieses "Adipositas-Paradox" vielleicht gar nicht? mehr »

Oh, Britannia! Was hat der "Brexismus" aus dir gemacht?

Von wegen Tea Time, Queen und Linksverkehr: Nicht nur der Blick der Briten auf die EU hat sich geändert. Umgekehrt blicken auch Menschen weit außerhalb Europas inzwischen mit Unverständnis auf die Insel. mehr »

Sechs Kassen auf der Kippe – Barmer-Chef fordert Reformen

Dramatischer Zwischenruf: Das wirtschaftliche Gefüge der GKV sei instabil, sagt Barmer Chef Straub. Rund ein halbes Dutzend großer Kassen würden nur noch von der guten Konjunktur getragen. mehr »