Ärzte Zeitung, 11.11.2013

Libanon

Handel mit Organen syrischer Flüchtlinge?

BERLIN. Materielle Not und Armut bringen laut "Spiegel" immer mehr syrische Flüchtlinge im Libanon dazu, eine Niere oder andere Organe an Organhändler zu verkaufen.

Derzeit erhalte ein Spender 7000 Dollar (rund 5237 Euro) für eine Niere, berichtete das Magazin unter Berufung auf einen Anwerber eines libanesischen Organhändlerrings.

Die Armut unter Flüchtlingen sei so groß, dass es einen regelrechten Andrang von Verkaufswilligen gebe. Dies habe bereits ein Sinken der Schwarzmarktpreise für Nieren nach sich gezogen. Die meisten Kunden, die zwischen 12.000 und 15.000 US-Dollar für eine Niere zahlen sollen, seien Ausländer aus den Golfstaaten, aber auch aus den USA und Europa, so der Mittelsmann.

Der Libanon bietet ideale Bedingungen für den internationalen Organhandel. Mehr als 800.000 syrische Flüchtlinge, von denen viele unter akuter Geldnot leiden, treffen hier auf zum Teil sehr reiche Kunden.

Vor allem aber müssen die Organhändler keine staatlichen Kontrollen fürchten. "Das ist genau die Kombination, die Organhandel blühen lässt", zitiert "Der Spiegel" Luc Noël, den Transplantationsexperten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was nötig ist, um die Patientensicherheit zu erhöhen

Jede Minute sterben fünf Menschen durch fehlerhafte Behandlung, so die WHO. Patientenschützer setzen auf Fehlermeldesysteme. Und was schlagen Ärzte vor? mehr »

„Wer sich der heiligen Kuh nähert, kriegt Feuer“

Professor Martin Scherer ist neuer DEGAM-Präsident. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" spricht er über "viel zu viel Medizin" und die Pläne der DEGAM in Sachen Digitalisierung. Das gesamte Gespräch kann auch angehört werden. mehr »

Homöopathen sind enttäuscht von KBV-Chef

Die Homöopathen fühlen sich von KBV-Chef Gassen verschaukelt nach dessen kritischen Äußerungen zur Homöopathie: Gassen soll alle Ärzte vertreten – auch die komplementärmedizinisch aktiven Ärzte. mehr »