Ärzte Zeitung, 16.02.2016
 

Nach Ebola

EU baut medizinisches Krisen-Corps auf

Die internationale Gemeinschaft zieht Lehren aus der Ebola-Krise. Ein medizinisches Corps der EU soll in Zukunft schneller reagieren können - und eine weitere Epidemie dieses Ausmaßes verhindern.

BRÜSSEL. Die Europäische Union zieht weitere Konsequenzen aus der Ebola-Krise. So wurde am Montag das europäische medizinische Notfall-Corps gegründet. Ziel: Künftig will die Union besser gegen die Gefahren weltweiter Epidemien gewappnet sein.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganiation (WHO) wurden in Liberia, Sierra Leone und Guinea insgesamt 28.601 Ebola-Fälle registriert. 11.300 Patienten starben an der Infektion.

"Wir müssen die Lehren ziehen"

"Zweck des Europäischen Medizinischen Korps ist es, eine viel schnellere und effizientere Reaktion der EU auf Gesundheitskrisen zu gewährleisten. Wir müssen die Lehren aus der Ebola-Krise ziehen, als sich die Mobilisierung medizinischer Teams als entscheidendes Problem erwies", sagte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides, am Montag in Brüssel.

"Die heutige Gründung des medizinischen Freiwilligen-Corps soll die EU in die Lage versetzen, künftig bereits vor Eintritt einer Katastrophe eine bessere Planung und Vorbereitung zu gewährleisten"

Neun Länder haben Hilfe zugesagt

Das Medizinische Korps wurde konzipiert, um medizinische Teams, Experten in den Bereichen öffentliche Gesundheit und medizinische Koordinierung, mobile Bio-Labors, Flugzeuge für die medizinische Evakuierung sowie logistische Unterstützungsteams in akuten gesundheitsbedrohenden Krisen auf EU-Ebene zu koordinieren.

Das jetzt auf die Beine gestellte Europäische Medizinische Korps geht auf die deutsch-französische "Weißhelm"-Initiative während der Ebola-Krise zurück und ist Teil der im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens neu geschaffenen Europäischen Notfallbewältigungskapazität.

Bislang haben Belgien, die Tschechische Republik, Finnland, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Spanien, Schweden und die Niederlande Ärzte-Teams und Ausrüstung zugesagt. (taf)

Topics
Schlagworte
Gesundheitspolitik international (8012)
Organisationen
WHO (3149)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »