Ärzte Zeitung, 11.01.2018

Frankreich

Bart zu lang: Chirurg entlassen

PARIS. Im städtischen Krankenhaus der Pariser Vorortstadt Saint-Denis ist ein ägyptischer Arzt entlassen worden, weil er einen zu langen Bart trug, der für ein Zeichen der islamischen Missionierung gehalten wurde.

Der 35-Jährige, der im Rahmen eines Kooperationsprogramms mit einer ägyptischen Fakultät in Saint-Denis ein Jahr lang als Gefäßchirurg praktizieren sollte, wurde zunächst mehrmals aufgefordert, seinen Bart zu schneiden. Was er aber nicht tat.

Er wies die Vorwürfe zurück, mit seinem Bart als Missionar agieren zu wollen, auch wenn er sich als gläubiger Muslim vorstellte. Nach seiner Entlassung zeigte der Arzt das Krankenhaus an, dessen Entscheidung aber kürzlich von einem Gericht bestätigt wurde. Jetzt will er Berufung einlegen.

Im französischen öffentlichen Dienst gelten starke Regelungen, um die Grundsätze der Laizität zu gewähren. So sind nicht nur muslimische Schleier streng untersagt, sondern auch auffälliger christlicher Schmuck sowie jüdische Kippas.

Noch nie hat allerdings eine solche Bartaffäre ein Krankenhaus beschäftigt – nicht zuletzt, weil das Tragen eines langen Bartes in vielen Anstalten für Chirurgen aus hygienischen Gründen verboten ist. (DDB)

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