Diabetes-Prävention

Dicke Patienten ab zum Kochkurs

Hausärzte in Großbritannien sollen auf Wunsch des Gesundheitsministeriums bis zu 200.000 übergewichtige Patienten zu Kochkursen schicken.

Arndt StrieglerVon Arndt Striegler Veröffentlicht:
Kochkurse gegen Übergewicht: 450 Euro kostet ein solcher Kurs, in den britische Hausärzte ihre adipösen Patienten schicken sollen.

Kochkurse gegen Übergewicht: 450 Euro kostet ein solcher Kurs, in den britische Hausärzte ihre adipösen Patienten schicken sollen.

© Vadym / stock.adobe.com

LONDON. Britische Hausärzte sind vom Londoner Gesundheitswesen angewiesen worden, in diesem Jahr "mindestens 200.000 Patienten" zu Kochkursen zu schicken. Weil in Großbritannien die Zahl der übergewichtigen und adipösen Patienten seit Jahren unaufhaltsam weiter steigt, soll der Hebel jetzt in den staatlichen Hausarztpraxen angesetzt werden. Die Kurse dauern 16 Wochen und kosten pro Patient umgerechnet rund 450 Euro.

Zwar versucht das Londoner Gesundheitsministerium seit den 80er Jahren mit teils groß angelegten Informationskampagnen, die Briten von den Vorzügen einer gesunden Ernährung und von ausreichend Bewegung und Sport zu überzeugen. Das hat freilich bislang nichts genutzt: Die Zahl der übergewichtigen und adipösen Patienten ist seither stetig gestiegen. Laut Gesundheitsministerium ist heute bereits jeder vierte Brite adipös. Diese Zahl hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als verdoppelt.

Gesundheitsminister Jeremy Hunt wies daher die Hausärzte des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) an, ihre schwergewichtigen Patienten zu neuen Kursen zu überweisen, in denen die Patienten nicht nur lernen, gesund zu kochen, sondern auch, wie sie sich durch mehr Bewegung und Sport körperlich fit halten können.

Das Ministerium kalkuliert, dass dies zwar Millionen Pfund an öffentlichen Geldern kosten wird. Da aber als Folge die Zahl ernährungsbedingter Krankheiten sinkt, zahle sich dieses Programm "spätestens nach 14 Jahren" wieder aus.

Entsprechende Probekurse laufen bereits seit 2017 in einigen Landesteilen sehr erfolgreich. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben NHS-Hausärzte bislang rund 50.000 Patienten zu den Kursen überwiesen, bei denen auch besonderes Augenmerk auf die Diabetes-Prävention gelegt wird. Diabetes kostet den NHS jährlich umgerechnet rund zehn Milliarden Euro an Behandlungskosten.

Die britische Evaluierungsbehörde (National Institute of Clinical Excellence, NICE) befürwortet die neue Präventionsstrategie und empfiehlt Hausärzten, die in Großbritannien als Primärärzte fungieren, Risikopatienten zunächst einem Bluttest zu unterziehen, um so zu ermitteln, wer genau von den Kursen profitieren könnte.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kammerstatistik

Mehr als 2.000 ausländische Ärzte arbeiten in Thüringen

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Lesetipps
Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?