Kommentar zur Johnson-Wahl

Ein neuer Ton für Britannien

Mit Boris Johnson als neuem britischen Premier steigen die Chancen auf einen harten Brexit. Die Folgen wären gravierend.

Denis NößlerVon Denis Nößler Veröffentlicht:

Gut 92.000 Mitglieder der Tories – weniger als zwei Promille der britischen Wählerschaft – haben den Hardliner Boris Johnson zum Nachfolger von Premierministerin Theresa May gekürt.

Die Folgen könnten gravierend sein. Denn sollte die EU nicht auf Johnsons Brexit-Bedingungen eingehen, stünde knallharter Ausstieg ohne Abkommen bevor. Auf der Insel würde das ohnehin für seine langen Wartezeiten bekannte britische Gesundheitswesen weiter in die Bredouille geraten.

Schon jetzt fehlen dort Tausende Pflegekräfte und Ärzte. Weitere wandern dezidiert wegen des bevorstehenden Brexits ab. Das Land ist dringend auf ausländische Fachkräfte angewiesen.

Sich nun abzuschotten, ist keine wegweisende Idee. Die Briten müssten außerdem eine eigene Arzneizulassung aufbauen. Und in der EU könnten Zehntausende Medizinprodukte ihre formelle Verkehrsfähigkeit verlieren, weil sie von britischen Stellen zertifiziert wurden.

Festland-Europäer und Briten sitzen im selben Boot. Das ist bei den Verhandlungen in den letzten Jahren allzu oft in Vergessenheit geraten. Vielleicht vermag ja die designierte EU-Kommissionspräsidentin Von der Leyen einen neuen Ton in die Debatte zu bringen – und am Ende überrascht uns Boris Johnson doch noch.

Lesen Sie dazu auch: Nach Johnson-Wahl: Britische Ärzte sind alarmiert Yeti statt Maybot: Boris Johnson wird neuer Regierungschef der Briten

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