Ärzte Zeitung online, 25.07.2018

Analyse

Gesundheit ist der Job-Motor im Saarland

Der zweite Gesundheitsmarkt bietet im Saarland laut einer aktuellen Studie noch viel Potenzial.

SAARBRÜCKEN. Zwar gewinnt innerhalb der saarländischen Gesundheitsbranche auch der zweite Gesundheitsmarkt – privat finanzierte Angebote im Bereich von Fitnessstudios, Wellness und Gesundheitstourismus – an Gewicht.

Dennoch dominieren weiterhin die öffentlich bzw. durch Beiträge finanzierten Leistungen sowohl in ihrer Wirtschaftskraft, als auch in ihrer Bedeutung für die Beschäftigung.

Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) in Saarbrücken zur Beschäftigung und Arbeit in der saarländischen Gesundheitswirtschaft im Auftrag der Arbeitskammer des Saarlands hervor.

Der zweite Markt bleibt demnach bisher marginal: So stelle er im Saarland nur acht Prozent der Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft und etwas mehr als ein Prozent der Gesamtbeschäftigung.

Rechne man die vielen geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse ein, so reduziere sich mit Blick auf das Beschäftigungsvolumen die Bedeutung des zweiten Gesundheitsmarkts noch einmal erheblich.

Unterschätzter Beschäftigungsfaktor

Insofern sollten Strategien zur wirtschaftspolitischen Förderung dieses Segments dessen Potenziale realistisch einschätzen und dessen Beschäftigungsqualität kritisch reflektieren, mahnt der Autor der Studie Volker Hielscher.

Die Gesundheitswirtschaft sei im Saarland ein bisher unterschätzter Wachstums- und Beschäftigungsfaktor. Die Pflege sei dabei der stärkste Job-Motor. Es zeigten sich jedoch auch Handlungsbedarfe bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen und der Koordinierung der Versorgungsangebote.

Die Gesundheitswirtschaft des kleinsten Flächenlandes der Bundesrepublik biete in rund 4000 Betrieben – vom großen Medizintechnikunternehmen bis zur Arztpraxis – mehr als 85.000 Menschen einen Arbeitsplatz.

Damit überstiegen die Beschäftigtenzahlen in der Branche deutlich zum Beispiel die des saarländischen Metallgewerbes und der Automotive-Branche. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mehr Handhygiene in der Kita – weniger Atemwegsinfekte

Handhygieneprogramme in Kitas, bei denen Desinfektionsmittel eingesetzt werden, tragen offenbar dazu bei, Atemwegsinfektionen bei unter Dreijährigen deutlich zu verringern. mehr »

Tipps zur COPD-Diagnostik

Viele COPD-Patienten werden als solche gar nicht erkannt, bei anderen wird die Diagnose vorschnell gefällt. Anlässlich des heutigen Welt-COPD-Tags erinnern wir an die neuen deutschen Leitlinien und grundlegende Änderungen. mehr »

Medikationspläne oft nicht genutzt

Medikationspläne – zumindest frei erstellte – verbessern die Arzneimittel-Therapiesicherheit wohl nicht wie erhofft. Das legt nun eine Studie der Uni Greifswald nahe. mehr »