Ärzte Zeitung, 23.06.2014

Charité

Neuer Tarifvertrag soll Personalsituation verbessern

Eine Gesundheitskommission soll zusätzlichen Stellenbedarf erfassen und die Verteilung von 80 weiteren Mitarbeitern organisieren.

BERLIN. Der im Schlichtungsverfahren ausgehandelte Kompromiss in den Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen in der Pflege an der Berliner Uniklinik Charité ist seitens der Beschäftigten perfekt.

Die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi hat dem Abschluss eines Tarifvertrages zu Personalbemessung und Gesundheitsschutz für die rund 4100 Beschäftigten in den Pflege- und Funktionsdiensten der Charité zugestimmt.

Der Charité-Personalratsvorsitzende Carsten Becker wertet den Kompromiss als Erfolg für die Gewerkschaft.

"Wir haben etwas geschafft, was uns vor einiger Zeit noch keiner zugetraut hätte. Wir haben den Vorstand des größten Universitätsklinikums dazu gebracht, zuzugeben, dass eine ausreichende Personalbemessung insgesamt notwendig ist und eine kurzfristig spürbare Entlastung insbesondere des Pflege- und Funktionsdienstes, unverzichtbar ist", so Becker.

Die Tarifkommission kritisiert, dass die 80 zusätzlichen Vollzeitkräfte, die bis Jahresende eingestellt werden sollen, angesichts der hohen Arbeitsbelastung ein "Tropfen auf den heißen Stein" seien.

Kommission soll Stellenbedarf erfassen

Im Rahmen des Tarifvertrags wird an der Charité eine betriebliche Gesundheitskommission (GK) gegründet, in die Arbeitgeber und Gewerkschaft jeweils drei Mitglieder entsenden. Die Kommission soll den zusätzlichen Stellenbedarf erfassen und die Verteilung der 80 zusätzlichen Kräfte organisieren und überwachen.

Dazu erhält die Kommission Informationen über durchschnittliches Patientenaufkommen, Leasingquote, Fluktuations- und Ausfallquoten, Überstundenentwicklung und weitere Daten.

"Wir haben mit diesem Tarifvertrag erstmals die Chance, einen detaillierten Einblick in die eher budgetgesteuerte Personaleinsatzplanung eines Krankenhauses zu erhalten und die Probleme, die damit verbunden sind, sichtbar zu machen", so Meike Jäger, Verdi-Verhandlungsführerin an der Charité.

Die Gesundheitskommission übernimmt aber auch Aufgaben im betrieblichen Gesundheitsschutz. Sie kann unter anderem Gesundheitszirkel und Gefährdungsanalysen initiieren oder konkrete Modelle für eine altersgerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen erarbeiten.

Bei der Charité arbeiten 13.200 Beschäftigte, davon sind etwa 4100 im Bereich der Pflege- und Funktionsdienste tätig. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wurden erneut exzellente deutsche pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »