Ärzte Zeitung, 13.09.2016

Charité

Viel geschafft in der Flüchtlingsversorgung

BERLIN. Eine positive Bilanz zieht die Uniklinik Charité Berlin für das erste Jahr, in dem sie an der Flüchtlingsversorgung mitgewirkt hat. Ärzte, Pflegekräfte und freiwillige Helfer haben im Rahmen der Aktion "Charité hilft" über 40.000 Flüchtlinge in Berlin versorgt.

Begonnen hat alles mit der Versorgung von Neuankömmlingen in Notunterkünften.

Seit November 2015 organisiert die Charité im Auftrag des Landes die Erstversorgung auf dem Gelände des Landesamts für Gesundheit und Soziales. Inzwischen sind 42 Ärzte und Pflegekräfte eigens dafür eingestellt.

Sie haben 5500 Erstuntersuchungen durchgeführt, 8700 Flüchtlinge zu Impfungen gebracht und 2000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untersucht und geimpft - Voraussetzung für den Schulbesuch.

Häufigste Erkrankungen seien akute Atemwegsinfekte, Schmerzen und Verletzungen des Bewegungsapparates sowie Hauterkrankungen aufgrund der hygienischen Umstände während der Flucht, sagt Privatdozent Dr. Joachim Seybold, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Charité. "Nicht wenige Flüchtlinge leiden zudem an Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen", sagt er.

Die zentrale Clearingstelle hat seit ihrer Eröffnung im Februar auch 1500 Erwachsene und Kinder mit psychiatrischen Erkrankungen oder Traumatisierungen untersucht. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welcher Grippeimpfstoff ist für Senioren am besten?

Für ältere Menschen gelten spezielle Impf-Anforderungen, so die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie. Sie hat daher Tipps für Hausärzte zusammengestellt. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigten sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »

Trivalente Impfstoffe jetzt wegwerfen?

Nach der Empfehlung der STIKO zum Einsatz von tetravalenten Impfstoffen stellt sich die Frage: Was soll jetzt mit noch vorhandenen, trivalenten Impfstoffen geschehen? mehr »