Ärzte Zeitung, 27.07.2009

Deutsche melden sich trotz Krise öfter krank

BKK-Statistik: Zahl der AU-Tage steigt weiter / Psychische Erkrankungen nehmen zu

BERLIN(ble). Deutschlands Arbeitnehmer melden sich trotz Krise häufiger krank. Das geht aus aktuellen Daten von 55 Betriebskrankenkassen mit 2,74 Millionen Mitgliedern hervor. Der BKK-Verband Spektrum K hat die Daten für die Monate Januar bis Mai dieses Jahres ausgewertet.

Im Vergleich zur Jahrtausendwende ist der Krankenstand deutlich gesunken.

Danach stieg der Anteil der Krankmeldungen an allen Beschäftigten auf 4,23 Prozent. Im Vergleichszeitraum 2008 waren es 4,09 Prozent. Die Daten von Spektrum K basieren auf monatlichen Durchschnittswerten und ermöglichen ein genaueres Abbild als die monatliche Krankenstandstatistik des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Das BMG hatte für die ersten sechs Monate einen Wert von 3,24 Prozent gemeldet.

Allerdings zählen dessen Experten die vorliegenden Krankmeldungen am Ersten eines Monats. Bis zum Juni dieses Jahres fiel der Erste jedoch viermal auf ein Wochenende oder einen Feiertag, was die Daten nur bedingt aussagekräftig macht. Auf diese Besonderheit der Methode weist man im BMG jedoch hin. Eine auf Durchschnittswerten basierende verlässliche Statistik für das Vorjahr veröffentlicht es immer im März. Danach betrug der Krankenstand im vergangenen Jahr 3,37 Prozent, 2007 sogar nur 3,22 Prozent.

Einige Medien hatten, wie berichtet, unter Berufung auf die Stichtagsdaten des Ministeriums für Januar bis Juni dennoch über ein Rekordtief beim Krankenstand geschrieben. Nach Angaben von Spektrum K ist die Datenlage bei den 55 BKKen repräsentativ für die Entwicklung in der gesamten GKV. Sorgen bereitet den BKKen der rasante Anstieg an psychischen Erkrankungen. Ihr Anteil an den Ausfallzeiten bei den Beschäftigten lag 2008 im Schnitt bei 10,3 Prozent.

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