Ärzte Zeitung, 09.05.2011

Kommentar

Nicht nur eine Schicksalsfrage

Von Christiane Badenberg

Ist ungewollte Kinderlosigkeit eine Krankheit, die unter Umständen mit künstlicher Befruchtung zu heilen ist. Oder ist sie ein Schicksal, in das sich die Betroffenen fügen sollten?

Und wenn sie eine Krankheit ist, muss dann die Gesellschaft genau so selbstverständlich für die Behandlung zahlen, wie sie es bei nahezu jeder anderen Erkrankung auch macht? In einer Zeit, in der häufig über Priorisierung und Rationierung ärztlicher Leistungen diskutiert wird?

Diese Frage scheidet immer wieder die Geister. Und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat mit einem Interview die Diskussion neu entfacht. Sie spricht sich klar dafür aus, dass die Kassen die künstliche Befruchtung wieder stärker bezuschussen sollten.

Viele kinderlose Paare seien verzweifelt, würden unter dem Vorwurf des Hedonismus leiden und hätten es verdient, dass sich die Politik des Themas annehme.

Fast jeder Gynäkologe wird bestätigen, dass Kinderlosigkeit eine Krankheit ist, an der Menschen verzweifeln können und die mit den Errungenschaften der modernen Medizin behandelbar ist. Welches Krankheitsbild mit Therapieoption ist sonst bekannt, bei dem Politiker sagen würden: "Sorry, aber damit müssen Sie leben"?

Lesen Sie dazu auch:
Wieder mehr Geld für künstliche Befruchtung?

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »